Die Vereinigten Staaten hängen auf: Eine rasch wachsende Zahl von Amerikanern meldet ihren klassischen Telefonanschluss ab. Nach einem frisch veröffentlichten Bericht der Marktforschungsfirma The Yankee Group wird es bis zum Jahresende eine Million so genannter Voice over IP-Nutzer (VoIP) geben, die ihre Telefone direkt ans Internet anschließen statt an ein klassisches Telefonnetz. Ende 2003 waren es erst 131 000. Nachdem kleine Nischenanbieter wie Vonage solche Dienste eingeführt hatten, ziehen jetzt die Großen nach. Telefongesellschaften wie AT&T, Verizon und Qwest wollen in diesem Jahr selbst VoIP-Dienste vertreiben, damit ihnen die Felle nicht wegschwimmen. Auch Kabelgesellschaften wollen ein Stück von diesem Markt. Es ist freilich nicht eine überlegene Technik, die die neuen Dienste so attraktiv macht - im Gegenteil, die Tonqualität ist bisweilen miserabel -, und es sind auch nicht günstigere Betriebskosten, weil klassische Telefonleitungen längst auch digital betrieben werden. Den Unterschied machen die hohen amerikanischen Telefonsteuern, die bei VoIP einfach wegfallen.