Um Kaschmir streiten sich Pakistan und Indien seit 1947. Die Atommächte haben drei konventionelle Kriege gegeneinander geführt, immer ging es um Kaschmir. Die Briten hatten den Subkontinent geteilt, bevor sie ihre Kronkolonie aufgaben. Regionen mit muslimischer Mehrheit sollten zu einem Staat namens Pakistan zusammengefasst werden, Regionen mit Hindu-Mehrheit bildeten die Staatenunion Indien.

Kaschmir hatte eine muslimische Mehrheit, der Herrscher aber war ein Sikh. Er überschrieb sein Reich Indien. Indische Truppen marschierten in die Hauptstadt Srinagar ein, während pakistanische Soldaten einen kleineren Teil Kaschmirs besetzten. Es kam zum Krieg. 1949 schlossen die beiden unter Vermittlung der UN einen Waffenstillstand. Die so genannte Line of Control (LoC) wurde eingerichtet, eine vorläufige Grenze. Man sprach den Kaschmiris das Recht auf Selbstbestimmung zu. Eine Volksabstimmung hat es aber bis heute nicht gegeben.

1988 bildeten sich die ersten Gruppen, die gegen die indische Armee kämpften.

Seither sind mehr als 30 000 Menschen ums Leben gekommen. Nach und nach übernahmen islamistische Extremisten die Führung in dem ursprünglich von mehrheitlich säkularen Kräften getragenen Kampf. Kaschmir wurde zum Übungsfeld für die islamistische Internationale, die später in Afghanistan die Taliban und al-Qaida unterstützen sollte.

Pakistan erklärte immer, dass es die Befreiungsbewegung Kaschmir nur moralisch und politisch unterstütze. Indien behauptet hingegen, dass Pakistan aktiv Terrorgruppen fördere. Deshalb standen die beiden Staaten in den vergangenen Jahren mehrmals am Rande eines Krieges.

Seit dem 11. September 2001 scheint, trotz vieler Rückschläge, ein Prozess der Entspannung in Gang gekommen zu sein. Hochrangige Vertreter Pakistans und Indiens treffen sich zu Gesprächen. Vertrauensbildende Maßnahmen wurden vereinbart. Im Grundsatz jedoch gibt es keine Annäherung. Indien besteht darauf, dass Kaschmir ein Teil Indiens ist. Pakistan bestreitet dies.