In der größten Evakuierungsaktion der Geschichte Floridas wurden am vergangenen Wochenende 2,8 Millionen Menschen vor dem Hurrikan Frances in Sicherheit gebracht. Dass dieser sich am Ende stark abschwächen würde, hatte niemand vorhergesehen. Trotz jahrzehntelanger Forschung sind Hurrikan-Voraussagen noch immer wenig zuverlässig.

Eine ganze Fülle neuer Daten liefert nun Envisat, der europäische Umweltsatellit, der seit zwei Jahren die Atmosphäre und Oberfläche der Erde mit zehn verschiedenen Instrumenten abtastet. Vier davon wurden in den vergangenen Tagen auf Frances gerichtet. Unser Bild zeigt die Verteilung des Luftdrucks an der Wolkenoberkante, ein Maß für die Wolkenhöhe. "Zusammen mit Temperaturangaben können wir damit Aussagen über die Mächtigkeit des Hurrikans machen", sagt Carsten Brockmann, der die Envisat-Daten aufbereitet.

Mit Hilfe des Umweltsatelliten können die Forscher viele Parameter gleichzeitig erfassen und eine Art Querschnitt des Wirbelsturms erstellen. Für dessen Kraft ist auch die Temperatur des Ozeans ausschlaggebend – sowohl an der Oberfläche (mindestens 26 Grad, sonst ist der Sog durch die Verdunstung nicht stark genug) als auch in bis zu 100 Metern Tiefe. Ist dort das Wasser sehr warm, hebt sich der Meeresspiegel um bis zu 30 Zentimeter. Ein Radarinstrument an Bord von Envisat kann das genau vermessen.