Selbst kleinste Tumoren spürt eine neue Röntgentechnik auf, die Fabian Kießling mit seinen Kollegen vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg entwickelt hat (Nature Medicine, Online Publikation 7.9.04). Die Wissenschaftler fahnden dabei nach abnormal wuchernden Blutgefäßen, denn Krebs verrät sich oft durch eine gesteigerte Durchblutung des betroffenen Gewebes. Mit Hilfe besonders feiner Detektoren in ihrem Computertomografen konnten die Heidelberger Forscher bei Mäusen auch noch Blutgefäße bis 50 Mikrometer Durchmesser entdecken. Diese volumetrische Computertomografie ist sehr viel präziser als herkömmliche Untersuchungsmethoden und erlaubt außerdem eine genauere Unterscheidung zwischen krankem und gesundem Gewebe. Bis ein Mensch mit dem sensiblen Tomografen durchleuchtet werden kann, könne es allerdings noch bis zu zehn Jahre dauern, warnen die Heidelberger vor zu großer Euphorie.

Ein gereizter Darm plagt bis zu 20 Prozent der Erwachsenen in Deutschland. Die Betroffenen klagen über einen prall gespannten Bauch, über Krämpfe nach dem Essen und grippeähnliche Symptome. Eine eindeutige Ursache für das so genannte Reizdarmsyndrom wurde bisher nicht entdeckt, unter Ärzten gilt das Leiden daher oft als körperlicher Ausdruck einer Neurose. Henry Lin, Gastroenterologe an der University of Southern California, glaubt dagegen, dass eine bakterielle Fehlbesiedelung für die Beschwerden verantwortlich ist (Journal of the American Medical Association; Bd. 292, S. 852). Demnach überwuchern Bakterien aus dem Dickdarm die Schleimhaut des Dünndarms und verursachen dort Entzündungsreaktionen. In bis zu 75 Prozent aller Fälle, schreibt Lin, hätten Antibiotika-Kuren die Schmerzen erheblich gebessert.