Sie sind Initiatorin der Ausstellung Die Lust, ein Schwein zu sein im Schweinemuseum bei Berlin. Woher kommt Ihre Leidenschaft für Rampensäue und Charakterschweine?

Schweine stehen mir seit meiner Kindheit sehr nahe. Ich habe hier in der Stadt leider wenig Kontakt zu echten Schweinen - aber dann habe ich festgestellt, dass meine private Schweineleidenschaft auch viel mit meinem Fachgebiet zu tun hat, in dem es um die Lehre von Zeichen, auch sprachlichen, geht: Schweine prägen unsere Redewendungen, Schlagzeilen, Werbeanzeigen und Comics.

Warum sagen wir, dass jemand Schwein hat?

Die Redensart Schwein haben geht auf frühe Lotterien zurück, bei denen man als Trostpreis ein Ferkel gewinnen konnte.

Meistens kommt das Schwein aber in unseren Redewendungen nicht so gut weg.

Ja, das Besondere beim Schwein ist, dass die Redensarten sehr polarisiert sind: Einerseits reden wir vom Glücksschwein, andererseits beschimpfen wir Menschen auch als Drecksau oder als Ferkel. Oder jemand benimmt sich wie die Sau an Fastnacht.

Warum reden wir denn so oft schweinisch?