In einer Grafik wird die Höhe der Renten aus der Staatlichen Rentenversicherung für die Rentner in den neuen Ländern mit denen der alten Länder verglichen. Dabei wird wahrheitsgemäß gezeigt, dass die durchschnittlichen Renten im Osten höher sind als die im Westen. Die Überschrift in der ZEIT-Grafik lautet dann Im Osten geht's den Rentnern besser - eine Aussage, die nicht aus der durchschnittlichen Rentenhöhe allein abgeleitet werden kann! Den Rentnern im Osten würde es dann besser gehen, wenn das ihnen zur Verfügung stehende gesamte Einkommen durchschnittlich höher wäre als das der Rentner im Westen. Dies ist aber nicht der Fall. Da bekanntermaßen die Rentner im Westen ein höheres durchschnittliches Bar- und Immobilienvermögen und neben der Rente aus der staatlichen Rentenversicherung deutlich höhere zusätzliche Einkommen haben - durch Betriebsrenten und Zusatzversorgungssysteme des öffentlichen Dienstes. Nicht berücksichtigt wurde von Ihnen auch die Tatsache, dass es in der DDR praktisch keine Selbstständigen mit entsprechenden Versorgungswerken (Ärzte, Rechtsanwälte) und keine Beamten (Lehrer, Professoren, Verwaltungsbeamte) gab, das heißt, diese Berufsgruppen waren Angestellte und erhalten deshalb Renten der BfA.

Dadurch wird das durchschnittliche Rentenniveau höher als im Westen.

DR. HANS JETTER, LEIPZIG