WOHN- UND GEWERBEVILLA in Berlin-Zehlendorf (Süd)

1911 errichtete Landhausvilla mit Schwimmbad, Sauna, Tiefgarage, Kamin, auch für kürzere Zeiträume zu vermieten

GRUNDSTÜCKSFLÄCHE 2018 qm

WOHNFLÄCHE 503 qm (zzgl. 150 qm Schwimmbad)

Wohnzimmer, Arbeitszimmer, Küche, Wintergarten und acht Schlafzimmer, alle mit Parkettfußboden

MIETPREIS 7500 Euro (möbliert)

 

Kürzlich wurde Thorsten Mikloweit, Immobilienmakler, von einem Freund aus der Filmbranche angerufen: Charlize Theron drehe einen Film in Berlin, wolle nicht im Hotel wohnen, suche ein Zuhause, drei, vier Monate, für sich und ihre vier Hunde, wohin mit ihr?

Hotels sind höchstens für ein paar Nächte angenehm, jeder Vertreter weiß das, wenn man länger als eine Woche darin lebt, machen sie depressiv. Je teurer, desto schlimmer: Die professionelle Freundlichkeit der Bediensteten, ihr Pseudointeresse, das ständige Lächeln und Hinterherräumen. Ein eigenes Haus ist da besser. Gerne möbliert, im Grünen, mit Platz für die Hunde, so lautete der Auftrag an Immobilienmakler Mikloweit, der übrigens gar nicht auf Prominente spezialisiert ist: Seine Firma, Mikloweit & Görlich, verkauft und vermietet alles Mögliche, bei Studentenbuden angefangen. Aber weil Mikloweit Freunde in Babelsberg hat, kommt es vor, dass er etwas für einen Filmstar suchen soll, in der letzten Zeit immer öfter.

Berlin ist als Drehort für große Hollywood-Produktionen in den vergangenen Jahren sehr in Mode gekommen, Matt Damon, Jude Law, Roman Polanski haben hier gearbeitet, der Dreh für Mission: Impossible 3 mit Tom Cruise ist gerade auf 2005 verschoben worden. In Berlin gibt es eine genehmigungsfreundliche Stadtverwaltung, eine Menge unglaublicher Drehorte und ganz in der Nähe die Studios Babelsberg, so weit alles wunderbar. Nur die Unterbringung der Stars bereitet Probleme. Die Suche nach einer geeigneten Unterkunft für Tom Cruise war ein Drama, das sich wochenlang durch die Klatschspalten zog: Würde er nach Potsdam in Joops Villa Wunderkind ziehen? (Zu klein, außerdem ja bewohnt.) Oder ein paar Häuser weiter, in die Villa, in der der Schweizer Skandalbotschafter Thomas Borer und Gattin Shawne gewohnt haben? Die Lösung hieß schließlich Parkschloss Palais am Wannsee, zwei Gästehäuser, zusammen fast 3000 Quadratmeter Wohnfläche, Originalkunst, Antiquitäten, Hubschrauberlandeplatz. Miete: angeblich 30000 Euro im Monat (plus Nebenkosten). "Das ist eher etwas für Kunden, bei denen Geld keine Rolle spielt, also ich meine jetzt wirklich: gar keine", sagt Thorsten Mikloweit, groß, braun gebrannt, breitschultrig, Exhockeyspieler, Mitte dreißig. Zigarette rauchend saß er in einem Gartenstuhl auf einer Terrasse in Zehlendorf, im Garten der Villa, die er für Charlize Theron ausgesucht hatte. Ein spitzgiebliges Gebäude, mit einer etwas hässlichen Holzverschalung in den oberen Stockwerken. Stattlich, aber weder besonders stilvoll noch besonders protzig. So wohnen Weltstars, wenn sie in Berlin sind?

In der Liga unter dem Cruise-Schlösschen gebe es in Berlin nicht viel, sagt Thorsten Mikloweit, in Stadtnähe vielleicht gerade mal fünf, sechs Objekte, die man für ein paar Monate mieten kann. Grundausstattung bei Filmstars: Swimmingpool, Alarmanlage und, ganz wichtig, Tiefgarage, um unerkannt ins Haus zu kommen.

Die Villa am Stubenrauchweg in Zehlendorf erfüllte die Voraussetzungen, jetzt musste Charlize Theron es nur noch selbst ansehen. An einem Tag Anfang August öffnete Mikloweit die Tür für die Oscar-Preisträgerin und ihre persönliche Assistentin. "Please take a look", sagte er und ließ die beiden ins Haus. Er selbst blieb draußen sitzen, das hält er immer so. Er wolle seinen Kunden nichts anpreisen und nichts verkaufen, erklärt er, das funktioniere sowieso nicht. In seinen Exposés verzichtet er außerdem auf Adjektive, das ist der Stil seiner Firma, ob jemand einen Raum "lichtdurchflutet" findet oder eine Küche "hochwertig", das sei schließlich Ansichtssache.

Also: Rund 500 Quadratmeter Wohnfläche, 2000 Quadratmeter Garten, acht Schlafzimmer, drei Bäder, Schwimmbad, Sauna, Wintergarten, Kamin, 122 Quadratmeter Tiefgarage, Extrawohnung für Bedienstete, Weinkeller, Kühlraum. Viel Marmor, der im Bad ist knallblau und sieht etwas neureich aus. Ist aber ein Spezialmarmor, bei dem Kenner ausflippen, erklärt Mikloweit. Die Möbel sind ein Durcheinander aus Bauernstil und Ligne Roset, das Bettzeug noch aufgeschlagen, im Schlafzimmer riecht es nach Schlaf. Es sieht aus, als habe die Familie ihr Zuhause überstürzt verlassen müssen. Im Gästezimmer verduftet ein Lebkuchenhaus, im Treppenhaus liegt noch eine Ausgabe von Psychologie Heute, Titelthema: Dankbarkeit. Lernen Sie, das Gute zu sehen.

Die Inneneinrichtung wäre für Charlize Theron übrigens entfernt worden und durch Leihmöbel ersetzt, und die Grenze zu den Nachbarn wäre mit ein paar Bäumchen blickdicht gemacht worden. Das ist bei Hollywood-Vermietungen Standard. Aber hätte auch nichts geholfen. Nach zehn Minuten, erzählt Mikloweit, seien Charlize Theron und Assistentin wieder auf der Terrasse gestanden - "Thanks very much, bye-bye" . Ob sein Objekt gefallen hat, hört er später von seiner Produktionsfirma. In diesem Fall hörte er aber noch, wie die Schauspielerin zu ihrer Assistentin sagt, sie wolle doch lieber ein roof in der Stadt, woraufhin er sich für die Einmischung entschuldigte und sagte, er kenne ein paar traumhafte Penthouse-Wohnungen mitten in Berlin, ob er ihr eine zeigen dürfe.

HEIKE FALLER