Wenn die geliebte Katze verschwindet, suchen verzweifelte Besitzer nach Erklärungen. Wenn es innerhalb kurzer Zeit dann auch noch mehrere vermisste Tiere in derselben Straße sind, ist die Geschichte mit den "Tierfängerbanden" schnell bei der Hand. Manchmal wird dann sogar der Altkleidersammler verdächtigt, bei seinen Fahrten gleich noch ein paar Haustiere mit einzusammeln.

Es fehlt aber jeglicher Beleg dafür, dass es den organisierten Tierdiebstahl gibt. Ulrike Sweden vom Landeskriminalamt Hamburg weiß von keinem Fall. Zumal es kein wirtschaftliches Motiv gebe. "Katzenhandel würde sich nicht lohnen", sagt die Beamtin. Die wenigen Katzen, die in den Versuchslabors der Arzneimittelindustrie ums Leben kommen, stammen aus streng kontrollierter Zucht – mit streunenden Haustieren könnten weder die Pharma-Forscher etwas anfangen noch die Pelzhändler. Die importieren ihre Katzenfelle aus Asien. Und die Rheumadecken-Industrie ist zu klein, um den Verlust von Tausenden von Katzen zu erklären. Seriöse Tierschützer sind daher auch zurückhaltend. Es gebe wohl "keinen organisierten Tierklau", sagte der Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, Wolfgang Apel, kürzlich in der Fernsehsendung Akte 04. Christoph Drösser

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