Ja, mein Umgang mit dem Gaming ist in der Tat keineswegs unverkrampft. (Bin Mutter eines elfjährigen Sohnes.) Dafür sind aber weniger die Ballerspiele verantwortlich. Sie sind gar nicht das Allerschlimmste. Ich finde am schlimmsten, dass die Geschichten der Videokonsolen-Spiele (und einer unübersehbaren großen Zahl von Kinder- und Jugendfernsehsendungen) immerzu einen völlig überdrehten Inhalt haben.

Meistens geht es nämlich darum, die Welt zu retten - vor Aliens, bösen Mächten, einer feindlichen Invasion. Unsere Kinder hocken also jeden Nachmittag da und retten die Welt. Wie soll da noch Ehrgeiz für die eigene alltägliche Lebensbewältigung aufkommen? Sie identifizieren sich permanent mit Überfiguren. Die Spiele und das Fernsehen bedienen nicht nur pubertäre Allmachtsfantasien und verursachen dadurch bezüglich der Realität ein Gefühl der Machtlosigkeit, Langeweile, Desinteresse. Ich finde das schrecklich und fühle mich oft hilflos und ratlos.

CORNELIA DE VOS, GEMÜNDEN