DIE ZEIT: Deutschlands Lehrer sind nicht flexibel genug. Das kritisiert die OECD in ihrer Lehrerstudie. Nun lockt der Beamtenstatus vor allem Menschen in diesen Beruf, die Sicherheit statt Beweglichkeit suchen. Wie lange können wir uns das noch leisten?

Doris Ahnen: Die Frage Beamtenstatus oder Angestelltenstatus ist nachrangig. Das Problem, welches wir jetzt lösen müssen, ist, die Qualität der Schulen zu sichern und zu verbessern – auch durch Evaluation von außen.

ZEIT: Selbst wenn die Statusfrage nachrangig sein sollte, muss sie doch beantwortet werden. Ist mit Initiativen der Kultusministerkonferenz zu diesem Thema zu rechnen?

Ahnen: Der Beamtenstatus der Lehrer ist derzeit kein Thema in der KMK. Es gibt vielfältige Initiativen, die Lehrerausbildung zu verbessern, und wir sind dabei, eine Evaluationskultur zu fördern, die auch beinhaltet, den Schulen und den Lehrern Rückmeldungen über ihre Leistungen zu geben.

ZEIT: Das Problem ist doch, dass gute Lehrer kaum Karrierechancen haben, während schlechte nicht entlassen werden können.

Ahnen: Langfristig beschäftigte Angestellte sind im öffentlichen Dienst genauso abgesichert wie Beamte. Wir müssen vielmehr dafür sorgen, dass der Lehrerberuf für gute Leute attraktiver wird. Der Beamtenstatus ist dabei für viele wichtig.

ZEIT: Zieht das Lockmittel nicht eher die Mittelmäßigen an als die richtig Guten?