Während in Deutschland Demonstranten durch die Straßen ziehen, um gegen Ein-Euro-Jobs und andere Zumutungen der Hartz-Reform zu protestieren und Gewerkschafter wie der Thüringer DGB-Chef Frank Spieth über die Wiedereinführung des "Reichsarbeitsdienstes" wettern, sitzt in einem kleinen Büro knapp 100 Kilometer nördlich der deutschen Grenze Karin Rasmussen und freut sich. Über einen Null-Euro-Job.

Sieben Monate war die 28-Jährige arbeitslos, die ständigen Absagen nagten schon an ihrem Selbstvertrauen, dann begann, was in Dänemark "Aktivierung" genannt wird. In Karin Rasmussens Fall bedeutete es: Das Arbeitsamt besorgte ihr eine vom Amt subventionierte Stelle. Einen Null-Euro-Job. So nennt das niemand in Dänemark, aber es ist genau das. Karin bekam dafür kein Öre mehr als ihr Arbeitslosengeld. Seitdem formuliert die junge Dänin keine Bewerbungen mehr, sondern Projektbeschreibungen und Newsletter. Sie arbeitet in einem Unternehmen, das Forscher und Anwender von Gewächshaustechniken zusammenbringt. Sechs Monate finanzierte das Arbeitsamt die Stelle, seit Juni ist es ein regulärer Job. Die Aktivierung hat funktioniert.