Als Kanzlerin und damit Mitglied der Universitätsleitung habe ich zu dem Artikel folgende Anmerkung: Trotz der zahlreichen Verwaltungsmitarbeiter ist es uns nicht möglich gewesen, Professor Brennickes Zahlen nachzuvollziehen. Mit anderen Worten: Seine Zahlen entbehren jeglicher Grundlage. Weder stimmt es, dass der wissenschaftliche Bereich in Ulm deutlich stärker unter Einsparungen zu leiden hat als die Verwaltung, noch ist es richtig, dass zukünftig mehr Beschäftigte in der Administration als in der Wissenschaft arbeiten.

Das Gegenteil trifft zu: Die Universität Ulm baut im Rahmen des so genannten Solidarpakts mit dem Land Baden-Württemberg im Zeitraum von 1997-2006 12 Prozent ihrer Stellen ab, wobei die Fakultäten einen Einsparbeitrag von 8 Prozent leisten, die zentrale Verwaltung und die zentralen Einrichtungen (Werkstätten, Tierforschung, Bibliothek und Rechenzentrum, Sprachenzentrum, Botanischer Garten ...) hingegen 18 Prozent beziehungsweise 12 Prozent ihrer Stellen reduzieren.

Das Verhältnis der Budgets von zentraler Verwaltung und zentralen Einrichtungen zu Fakultäten beträgt (unter Miteinrechnung der medizinischen Fakultät - ohne Drittmittel) rund ein Drittel zu zwei Dritteln - damit ist der Overhead schlanker als in den meisten amerikanischen Eliteuniversitäten.

Die Universitätsleitung in Ulm verfolgt einen Kurs offener Kommunikation - alle relevanten Zahlen im Zusammenhang mit der Haushaltskonsolidierung liegen auf dem Tisch und sind damit problemlos für Universitätsmitglieder zugänglich.

KATRIN VERNAU, UNIVERSITÄT ULM