Sie haben eine Äußerung von mir in der Pressekonferenz zur Eröffnung der Ausstellung sinnentstellend verkürzt wiedergegeben. Ich hatte zunächst konstatiert, dass die Diskussion, die anfänglich von extremer Polarisierung, von Verdächtigungen und Unterstellungen geprägt war, nun endlich zu einer offenen und breiteren Debatte übergegangen ist. Damit habe ich meine Hoffnung verbunden, dass genau dadurch - und nicht durch die Ausstellung, wie mir unterstellt wurde - der lange Schatten Hitlers kleiner würde.

Darüber hinaus möchte ich nochmals betonen, dass ich die Ausstellung der Friedrich Christian Flick Collection niemals als Mahnmal verstanden habe.

PROF. KLAUS-DIETER LEHMANN PRÄSIDENT DER STIFTUNG PREUSSISCHER KULTURBESITZ BERLIN

Der Name Flick ist diskreditiert. Nach ihm eine Kunstsammlung oder Collection zu benennen heißt, die künstlerischen Positionen in einen Kontext zu stellen, der durch die Symbolkraft des Familiennamens aufgeladen wird. Friedrich Christian Flick stellt als Kunstsammler zeitgenössische Arbeiten in einen Bedeutungszusammenhang, der den einzelnen künstlerischen Positionen nicht entspricht, der durch die dunkelsten Seiten deutscher Geschichte belastet ist. Kunst verträgt ein solches Vorgehen nicht, ist empfindlich, leicht zu ersticken.

Wir können uns nicht vorstellen, dass der Sammler eine dauerhafte Schädigung der Arbeiten anstrebt und bitten ihn daher, den Namen Flick aus dem Projekt zurückzuziehen.

Eine Petition wird eingereicht.

DOROTHEE ALBRECHT KÜNSTLER/INNEN, THEORETIKER/INNEN, HISTORIKER/INNEN IN BERLIN