Ein dienstbarer Teppich, der uns die Wünsche von den Füßen abliest - das klingt wie eine Geschichte aus Tausendundeiner Nacht. Doch nun haben der Teppichknüpfer Vorwerk und der Chiphersteller Infineon gemeinsam ein solches Wunderding entwickelt. Der Thinking Carpet schaltet bei Bedarf die Zimmerbeleuchtung ein, regelt die Raumtemperatur und weist mittels Licht den Weg. Sollten es Unbefugte wagen, den Fuß auf das gute Stück zu setzen, schlägt die intelligente Matte umgehend Alarm. Der High-Tech-Teppich ist nämlich mit einem sich selbst organisierenden Netzwerk von robusten Chips und druck-, temperatur- sowie vibrationsempfindlichen Sensoren ausgestattet. Er verrichtet als Bewegungs- und Feuermelder genauso seine Dienste wie als Türöffner und Lichtschalter. Zudem steuert er Klimaanlagen und mobile Reinigungsroboter. Vorgestellt wird der dienstbare Geist auf der Orgatec, der Internationalen Fachmesse für Planung, Einrichtung und Management von Businesswelten in Köln (19. bis 23. Oktober).

Achselschweiß und Cabernet-Wein haben auf das erste Schnuppern hin wenig gemeinsam. Und doch, so berichten Schweizer Forscher in Chemistry & Biodiversity (Bd. 1, 2004, S. 1022 und 1058), bestehen die Duftstoffe beider Flüssigkeiten aus identischen schwefelhaltigen Molekülen. Verantwortlich dafür, dass sie dennoch mit unterschiedlichem Bouquet aufwarten, seien Bakterienstämme. Sie erst verwandeln die eigentlich geruchlose Verbindung in riechende Substanzen wie 3-Methyl-3-sulfanylhexan-1-ol. Drehen die Bakterien die Atome dieser Verbindung in die R-Form (R steht für lateinisch rectus, rechts), so erfreuen sie die Nase mit fruchtigem Grapefruit-Duft: das Geheimnis eines guten Weins. Krümmt sich jedoch das Molekül in die S-Form (S für lateinisch sinister, links), so stinkt es erbärmlich nach Zwiebeln und menschlichen Ausdünstungen. Für die Schweiß-Gewinnung ließen die Forscher übrigens die Freiwilligen kräftig auf Hometrainern und in der Sauna schwitzen.

Zweisprachigkeit verdichtet die graue Masse im Gehirn. Eine britisch-italienische Forschergruppe berichtet, dass der Erwerb einer Zweitsprache die Dichte in einer Region der linken Cortexhälfte verändert (Nature, Bd. 431, S. 757). Das Team testete die These an Englisch-Muttersprachlern, die schon im Kindesalter eine zweite Sprache erworben hatten, und an solchen, die erst als Jugendliche zu ihrer zweiten Sprache gekommen waren. Das Versuchsfeld rundeten einsprachige Kontrollpersonen ab. Je früher jemand seine Zweitsprache erwirbt und je intensiver er sie pflegt, desto größer ist die Verdichtung in der betroffenen Hirnregion, die schon in der Vergangenheit mit Sprachbeherrschung in Verbindung gebracht wurde.