Einen Verlierer hat die amerikanische Präsidentschaftswahl bereits: die Firma Diebold aus North Canton in Ohio. Diebold hat früher einmal Safes hergestellt, weitete das Geschäft auf Bankautomaten aus und ist heute der führende Hersteller so genannter Wahlmaschinen. Das sind Computer, die den Wählern am Bildschirm das virtuelle Kreuzchen ermöglichen und später den Wahlhelfern das Auszählen erleichtern.

Nach den missverständlichen Wahlscheinen und klemmenden mechanischen Geräten der vergangenen Präsidentschaftswahl sind Wahlmaschinen ein Wachstumsmarkt.

Nur hat Diebold offenbar geschlampt: Die Apparate der Firma sind inzwischen in mehreren Bundesstaaten in Skandale um falsch ausgezählte Volksentscheide verwickelt, und lokale Wahlbeamte werfen den Diebold-Verkäufern Übertreibungen und Bestechungsversuche vor. Hackerbanden und Bürgerrechtsgruppen warnen vor etlichen Schlupflöchern für elektronische Wahlfälscher in den Diebold-Maschinen, und der Staat Kalifornien verbannte die Geräte inzwischen ganz und lässt den Staatsanwalt ermitteln. Alles in allem kein gutes Geschäft: Am Wochenende warnte Diebold vor kräftig sinkenden Gewinnen. Im kommenden Jahr soll es aber wieder aufwärts gehen, vor allem durch das Bankautomaten-Geschäft.