Dass die Basken großen Wert auf ihre Autonomie legen und natürlich auf die Unverwechselbarkeit und den Erhalt ihrer Sprache, ist bekannt. Dennoch war ich erstaunt zu hören, dass das Schachprogramm Schach dem Schweinehund ins Baskische übersetzt und an den dortigen Schulen im Unterricht eingesetzt wurde – erklärtermaßen zur "Erhaltung der baskischen Sprache". So weit, so schön fürs Schach.

Doch plötzlich kamen ganz andere Nachrichten aus dem Baskenland: Die dortige Sportdirektion beabsichtige, Schach nicht mehr als Sport zu betrachten, weil es vorwiegend ein mentales Strategiespiel sei.

Die Web-Seite des baskischen Schachbunds begann seitdem mit einem Witz. Eine Karikatur des Sportdirektors der Regierung sagt: "Ich betrachte Schach nicht als Sport, weil geistige Übung zu keiner körperlichen Erschöpfung führt", während ihm einige als Engel verkleidete Kinder antworten: "Zu behaupten, dass geistige Übung nicht zur körperlichen Erschöpfung führe, ist kennzeichnend für jemanden, der urteilt, ohne den Kopf zu benutzen."

Der baskische Schachjournalist Leontxo Garcia wies auch noch darauf hin, dass Schach in mehr als 130 Ländern als Sport anerkannt werde (in der Sowjetunion waren Karpow und Kasparow mehrfach Sportler des Jahres, Anand gerade in Indien), seit 1999 auch durch das IOC. Was die baskische Sportdirektion plane, sei bisher nur in drei Ländern geschehen, in denen es obendrein verboten wurde: in China während der Kulturrevolution 1966 bis 69, in Iran unter Khomeini 1979 bis 89 und in Afghanistan unter den Taliban.

Eine Welle des (letztlich erfolgreichen) Protests ging durchs Baskenland, die baskische Sportdirektion wurde mit Arbeiten gefüttert, die Schach als Sport darstellen, darunter, wie ich mit Freude in El País las, an erster Stelle meine eigenen Untersuchungen für die Universitäts-Poliklinik München, als ich mit meinen Mitarbeitern bei Spielern des C-Kaders des Deutschen Schachbunds während eines Turniers Herz- und Atemfrequenz, Blutdruck und andere Parameter maß.

Zum guten Schluss Schachsport pur. Sehen Sie, wie Viswanathan Anand 1989 als Schwarzer am Zug seinen ukrainischen Sportkameraden Wassilij Iwantschuk mit einer herrlichen Opferkombination besiegte? Helmut Pfleger

Auflösung aus Nr. 43:
Mit welch überraschendem Coup kam Schwarz dank seines riesigen Freibauern c2 auf die Siegesstraße? Es war das Läuferopfer 1…Le2+! Nimmt Weiß diesen Läufer mit dem Turm 2.Txe2 , so verwandelt sich der c-Bauer in eine neue Dame: 2…c1D . Nimmt Weiß mit dem König 2.Kxe2 , so tut er’s auch, diesmal sogar mit einem Abzugsschach (des Turms): 2…c1D+ . Weiß versuchte deshalb noch 2.Kg3 , musste aber auf 2…Ld1 seinen Läufer für den Freibauern hergeben: 3.Lxc2 und stand so nach 3…Lxc2 klar auf Verlust