Der Abenteuerurlaub ist eine populäre Form des Übermuts. Unter uns gibt es viele, die in dem Moment, wo sie eine Woche lang nicht arbeiten, die größten Risiken eingehen, um das zu erleben, was sie ein Abenteuer nennen.

Sie werden unterstützt von Reisebüros, die darauf spezialisiert sind, solche Abenteuer zu organisieren, damit der abenteuernde Urlauber sicher sein kann, dass sein Abenteuer nach Plan verläuft.

Auch der viel reisende Berufsesser setzt sich niemals in Bewegung, ohne vorher eine Route festzulegen, welche gastronomisch lohnende Abenteuer garantiert. Ich habe nie eine Reise unternommen, deren kulinarischer Gewinn und journalistischer Nutzen nicht im Voraus einkalkuliert waren. Alles andere wäre mir zu abenteuerlich vorgekommen. Doch einmal wollte ich es anders machen.

Also sitze ich jetzt im Auto mit der überraschten Madame und einigen flüchtig eingepackten Textilien und habe eine Woche lang Zeit und kein Ziel. Wir fahren auf der Rh'netal-Autobahn in Richtung Norden und nähern uns Valence.

Warum nicht in die Schweiz über Grenoble und Annecy?, schlage ich vor, eine Abwechselung von der gewohnten Route. Die Strecke ist schöner und nicht so voll. - Die Schweiz ist immer richtig, sagt sie.

Also ordne ich mich rechts zwischen zwei rasenden Lastern ein und bezahle an der Mautstelle Valence-Sud. Dann geht es weiter zur A 49, an der Isère entlang. Auf der Höhe von Visan deute ich nach rechts ins Tal. Da irgendwo wohnt Pierre, der Kastanienbauer.

Ich weiß. Die Ernte soll in diesem Jahr ziemlich schlecht ausgefallen sein, stand in der Zeitung.