Neben all den schlechten Nachrichten über immer neue Steuerausfälle und Haushaltslöcher kann Finanzminister Hans Eichel auch etwas Positives melden: Er muss 2004 und 2005 aus dem Bundeshaushalt aller Voraussicht nach nicht mehr Geld an Brüssel abliefern, als die Steuerschätzung vom Mai ermittelt hat. Lediglich Zölle und Agrarabschöpfungen, die der EU-Kasse zustehen, aber nicht aus dem Budget bezahlt werden, wachsen leicht. Unterm Strich bedeutet das für 2004 eine Überweisung von 20,60 Milliarden Euro (2005: 23,50 Milliarden Euro). Zieht man davon die Rückflüsse ab, die Deutschland zurückerhält, bleibt ein Nettobeitrag von rund sieben Milliarden Euro.

Noch völlig offen ist die Rechnung für den Finanzplan, der im kommenden Jahr vereinbart werden soll und der von 2007 bis 2013 gelten wird. Anders als die EU-Kommission drängt die Bundesregierung zu höchster Sparsamkeit. Dennoch ist Berlin bereit, den deutschen Beitrag zum EU-Haushalt auf über 30 Milliarden Euro ansteigen zu lassen. Ekkehard Brose, für die finanzielle Vorausschau zuständiger Mann im Auswärtigen Amt: Wir gehen davon aus, dass unser Brutto- und Nettobeitrag wachsen wird.