Hiermit wird bekannt gegeben, dass diese Kolumne fortan das gesamte Wissen, die gesamte Begabung und Schaffenskraft der »Generation Finis« vereint. Wir werden auch Missstände anprangern, Forderungen stellen und vor allem die alten Knacker (Walser, Harald Schmidt, Alexander von Humboldt) endlich in Pension schicken. Unsere Generation ist eine, der von Anfang an die absolute Diskurshoheit zusteht. Sie ist uns unbeschädigt zu übergeben, und zwar auf einem Silbertablett. Jeder Diskurs hat uns ab sofort mit »Hoheit« anzusprechen. Für unverlangt eingesandte Diskurse können wir keine Verantwortung übernehmen, also lassen Sie’s lieber. Nachher laufen doch bloß lauter ungewaschene Diskurse bei uns in der Redaktion herum und machen in die Ecken.

Das gilt übrigens alles auch für Matthias Matussek, der sich wahrscheinlich wieder nicht angesprochen fühlt. Doch doch, Sie sind gemeint. Vor ein paar Monaten haben Sie dem Männermagazin Lettre Ihr Frauenbild anvertraut: Richtige Frauen sind Prostituierte, denen ihre Arbeit ein Auftrag und eine Ehre ist. Frauen, die wollen, nämlich Sie. Folgerichtig haben Sie dann Elfriede Jelinek im Männermagazin Spiegel eins auf die Mütze gegeben, als sie den Nobelpreis kriegte. Die wollte ja wahrscheinlich auch nicht richtig. Dann soll sie auch keinen Preis kriegen. Matussek! (Sollen wir »Niedrigkeit« zu Ihnen sagen?) Wir sind ganz Ihrer Meinung. Wir finden die Weiber auch doof und diesen Feministinnenmist. Aber wenn jemand in Zukunft die Weiber verkloppt, dann sind wir das. Ist das klar!? Uns steht nämlich auch die Hoheit über den »Die Weiber sind doof, die wollen ja gar nicht«-Diskurs zu.

Jetzt noch ein paar Kleinigkeiten für alle. Dass wir gekommen sind, war höchste Zeit. Sonst wäre es Deutschland übel ergangen. Und jetzt noch eine Spezialansage an Wolfram Weimer, den Chefredakteur des Männermagazins Cicero, der über seinen Leitartikel am Ende des Blattes seit neuestem das Wort »Finis« stellt. Weimer! Sie gehören nicht zur »Generation Finis«. Machen Sie sofort das Wort weg. Und außerdem sprechen Sie sich in Ihrem Text für Frauen aus. Das ist doch ein bisschen komisch im Umfeld Ihres verratzingerten Blattes aus älteren Gottsuchern. Aber wenn Sie das ernst meinen, ließe sich das Thema noch ein bisschen pfeffern. Wie wär’s mit einem Artikel von Matussek gegen die Klitorisbeschneidung? Finis