Georges G. Boucher.

Auf den ersten Blick erschließen sich die Zusammenhänge zwischen Brie, Bordeaux und dem amtierenden amerikanischen Präsidenten nur schwer, wäre da nicht Le Figaro. Stets um Aufklärung in Angelegenheiten von nationaler Bedeutung bemüht, enthüllte die Zeitung jetzt, dass George W. Bushs Ahnen aus Frankreich stammten und er eigentlich Georges Guillaume Boucher heißen müsste. Laut der Histoire de l'Amérique française wurden aus französischen Einwanderern namens Boucher, die im frühen 18. Jahrhundert nach Amerika ausgewandert waren, die amerikanischen Bushs. Dass der 43. Präsident der Vereinigten Staaten nicht gerade frankophil ist, war mehr als einmal Gegenstand politischer Verstimmungen. Auch John F. Kerry tat sich in jüngster Zeit schwer mit der Heimat der freedom fries: Er spricht nicht mehr Französisch, verleugnet seinen Cousin Brice Lalonde, den früheren Chef der französischen Grünen und jetzigen Bürgermeister des bretonischen Städtchens Saint-Briac, und trinkt kein Evian mehr. Jedenfalls nicht mehr in der Öffentlichkeit.

In aller Bescheidenheit.

Turkmenistans Diktator Turkmenbaschi hat sein Volk mit einem Präsent von besonderer Güte bedacht. Der Präsident schenkte seinen Landeskindern einen zweiten Band der selbst verfassten lyrischen Lebensweisheiten Ruchnama. Zu Ehren des Werkes wurde der Monat September auch gleich mit in Ruchnama umbenannt. Jeden Samstag versammeln sich die Mitarbeiter von Krankenhäusern, Ministerien und Ämtern zur gemeinsamen Exegese der moralischen Lehrsätze Turkmenbaschis, der sie vor Illoyalität und Streitereien mit den Worten warnt: Wenn ein Schwein die Leiter hinaufklettert, geht die Einheit der Nation verloren. Sogar für die Führerscheinprüfung müssen die Turkmenen künftig 16 Stunden lang die Ruchnama pauken. Der Lehrsatz für die Fahrschüler lautet: Es ist eine unabsehbare Welt, sich immerfort drehend wie ein Rad.

Und das haben ohnehin, wie Turkmenbaschi in seiner Fibel beiläufig nachweist, Turkmenen erfunden.

Qatastrophal.

Abd al-Karim al-Arhabi hätte wohl gern einmal die Probleme von Hans Eichel.