Eigentlich hätte Wirtschaftsminister Wolfgang Clement mit seiner Pkw-Energieverbrauchskennzeichnungsverordnung den Autokäufern helfen können, sich für ein sparsames und umweltverträgliches Fahrzeug zu entscheiden. Doch sein Paragrafenwerk, das seit Anfang des Monats rechtswirksam ist, hilft den Verbrauchern kaum. In Zukunft erfahren sie zwar beim Händler, wie viel Sprit beispielsweise ein 75 PS starker VW Golf verbraucht - ob das für diese Fahrzeugklasse viel oder wenig ist, erfahren sie nicht. Nicht einmal der ADAC konnte Clement dazu bewegen, die Fahrzeuge in Effizienzklassen einzuteilen und den Kaufinteressenten mittels Buchstaben zu signalisieren, ob sie mit einem Sparauto oder mit einem Spritschlucker liebäugeln.

Selbst das Vorbild aller Effizienzlabel hält nicht, was es verspricht. Zwar müssen Kühlschränke, Wasch- oder Spülmaschinen auf einer Skala von A bis G in Energieeffizienzklassen eingestuft werden. Doch die Referenzwerte dafür stammen aus dem Jahr 1992 und sind inzwischen völlig überholt. Die Folge: Fast sämtliche Haushaltshelfer, sparsame und weniger sparsame, sind als A- oder B-Geräte gelabelt. Nur für Kühl- und Gefriergeräte gibt es inzwischen 2 weitere Effizienzklassen: A+ und A++. Von normalen A-Geräten raten Verbraucherschützer längst ab. Alles klar?