97 000 Euro brutto kostet eine doppelseitige Anzeige im Nachrichtenmagazin Der Spiegel. Das ist eine Menge Kohle. Werner Müller hat zwar Kohle, aber eigentlich nicht solche, mit der man Anzeigen bezahlen kann. Im Gegenteil: Die Kohle, die der RAG-Chef fördern lässt, deutsche Steinkohle, ist immer noch subventionsbedürftig, trotz der gestiegenen Weltmarktpreise. Egal, ein bisschen Imagewerbung kann nicht schaden, weshalb Müller die Spiegel-Leser in der vergangenen Woche mit einer doppelseitigen Anzeige beglückte. Zu sehen waren darauf Windrädchen, mit denen Kinder gern am Strand spielen. Der Text dazu: Sie brauchen Zeit, um groß zu werden. Wir geben sie ihnen. Die Zukunft ist schon lange unter uns: www.deutsche-steinkohle.de

Müllers herablassender Angriff auf die grüne Energie wird ein Nachspiel haben - ebenfalls in Form einer Spiegel-Annonce. Zu sehen sein wird ein Kohlekraftwerk. Der Text dazu: Sie brauchen Zeit, um sauber zu werden. Wir geben sie ihnen. Die Zukunft ist schon lange über uns: www.deutsche-energieagentur.de

Das Pikante daran ist: Die Deutsche Energie Agentur (Dena), eine staatseigene GmbH, wurde vor vier Jahren von Müller, damals noch Wirtschaftsminister, gegründet. Sein Amtsnachfolger, Wolfgang Clement, ist nicht nur Aufsichtsratsvorsitzender der Dena, sondern auch Müllers größter Gönner. Aus Clements Etat stammt das Gros der Kohlesubventionen für die RAG.