Margarete Schütte-Lihotzky:

Warum ich Architektin wurde

Residenz Verlag, Salzburg 2004 - 240 S., 22,90 e

Nach ihren bewegenden Erinnerungen aus dem Widerstand 1938-1945 (von 1985) darf man nun lesen, was diese imponierende Frau zuvor erlebt hat. Man liest das Buch, als sitze man ihr gegenüber und höre ihr mit sich steigernder Neugier zu. Denn hier ist von ihr selber zu erfahren, dass es viel mehr in ihrem bewegten, sozial engagierten Leben, vor allem in den aufwühlenden (zwanziger) Jahren des Neuen Bauens im Roten Wien und im Roten Frankfurt, gegeben hat als ihre weltberühmte kleine ausgeklügelte Frankfurter Küche.

Sie berichtet mit wohltuender Gelassenheit von ihren Wünschen, Zielen, Erlebnissen, ihrem politischen Bemühen, von den großen Zeitgenossen, mit denen sie zu tun hatte, von ihren drei Jahren in der Sowjetunion. 1997, kurz vor ihrem 103. Geburtstag, starb sie in Wien. Der Philologin Karin Zogmayer ist es zu danken, dass es das Manuskript nun als Buch gibt.

Kurt Weidemann:

Wahrnehmen, Ideen finden, Gestalt geben