Was Menschen unmittelbar vor dem Tod erleben, darüber gibt es naturgemäß keine Berichte. Allerdings erzählt etwa ein Drittel der Menschen, die dem Tod sozusagen in letzter Minute von der Schippe gesprungen sind, von so genannten Nahtod-Erfahrungen. Und dabei gibt es einige Elemente, die immer wieder auftauchen: der Blick durch einen Tunnel, an dessen Ende ein helles Licht leuchtet; das Gefühl, den eigenen Körper zu verlassen und von außen zu betrachten; und eben auch der "Film des Lebens", der im Zeitraffer vor dem inneren Auge abläuft.

In jüngster Zeit haben Forscher begonnen, solche Nahtod-Erlebnisse systematisch zu analysieren. Der Psychiater Michael Schröter-Kunhardt etwa hat 230 Fälle untersucht, darunter auch viele, in denen die Menschen einen "Lebensfilm" sahen – der übrigens mal vorwärts abläuft und mal rückwärts. Der Neurologe Detlef Linke glaubt sogar, die Quelle für die Erinnerungsflut gefunden zu haben: Gewisse Rezeptoren im Hirn reagieren auf Sauerstoffmangel verstärkt und werfen das Retrokino an. Christoph Drösser

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