Appen/Mürwik/Oldenburg

Sie sind die Dritthärtesten. Gut, das Kommando Spezialkräfte (KSK) mag vor ihnen liegen und auch die Kampfschwimmer. Aber hinter diesen beiden sieht unbedingt die Oldenburgische Luftlandebrigade 31 ihren Platz. Ihre Fallschirmjäger gehören zu den Krisenreaktionskräften der Bundeswehr. Angehörige dieser Truppe waren bei den Ersten in Kabul, einige von ihnen bei den Ersten in Kundus. Nicht wenige sind Wehrpflichtige, so genannte Freiwillig Längerdienende (FWDL), die sich über den neunmonatigen Grundwehrdienst hinaus auf bis zu 23 Monate verpflichtet haben. Von den derzeit 67000 Wehrpflichtigen der Bundeswehr haben sich 21000, fast ein Drittel, für diesen Weg entschieden. Und es sind vor allem diese Leute, die eine Armee ohne Wehrpflicht nicht bekäme – oder nur, wie man es gerade bei den Bündnispartnern Frankreich und Spanien beobachten kann, zu erheblich höheren Kosten.

Jäger Sebastian G., Abiturient, ist erst seit Juli dabei. Die Grundausbildung sei ihm extrem auf die Nerven gegangen: "wahrscheinlich, weil ich ein Problem habe, völlig widerspruchslos zu funktionieren". Er hat trotzdem für 18 Monate unterschrieben – mit der klaren Perspektive, ab Monat 13 im Ausland eingesetzt zu werden. "Ich suche vor allem die körperliche Herausforderung als Fallschirmspringer", sagt er.

Jäger Alexander E., Abiturient, macht erst einmal neun Monate, kann sich aber gut vorstellen, sich länger zu verpflichten.

Jäger Hendrik A., Grundwehrdienst, schätzt die persönliche Herausforderung bei den Fallschirmjägern, die Disziplin und die Kameradschaft bei der Armee. Vielleicht dient er länger, die Grundausbildung, die auch ihm noch in den Knochen steckt, "ist ja kein Maßstab", sagt er.

Magdalena Z. wollte schon immer zur Armee, hat sich auf vier Jahre verpflichtet. Sie ist ein Sonderfall: Polin mit doppelter Staatsbürgerschaft. "Meine Freunde in Polen fragen natürlich: Warum ausgerechnet bei den Deutschen?", sagt sie. "Ich antworte: Es ist die bessere Ausbildung."

Melanie B., Abiturientin, ist Offiziersanwärterin. "Ich wollte einfach nicht mein Leben lang als technische Zeichnerin arbeiten", sagt sie, "und weil ich zur Hubschrauberpilotin nicht tauglich bin, springe ich jetzt eben raus."

Angst vor sinnlosem Gammeln, kaum je Furcht vor dem Feind