Außer ihrem Namen wird von der bei Chefs und Mitarbeitern beliebten Direktversicherung wohl nicht viel übrig bleiben. Zum Jahreswechsel fällt Paragraf 40b des Einkommensteuergesetzes, der während der beruflich aktiven Jahre pauschal besteuerte Einzahlungen und im Rentenalter steuerfreie Auszahlungen ermöglicht. Vom 1. Januar 2005 an sind Direktversicherungen mit Pensionskassen oder Pensionsfonds gleichgestellt. Dies bedeutet: Die Beiträge - maximal 2472 Euro im Jahr - können zwar komplett steuerfrei eingezahlt werden, die Auszahlungen sind aber steuerpflichtig. Zum Ausgleich für die neuen Steuerlasten können allerdings weitere 1800 Euro pro Jahr steuerfrei in eine Betriebsrente investiert werden.

Wer bereits eine Direktversicherung besitzt oder noch bis Ende Dezember 2004 eine neue abschließt, kann weiterhin die Pauschalbesteuerung der Beiträge mit 21,5 Prozent und die spätere Steuerfreiheit der Erträge nutzen.

Rentenauszahlungen werden in diesem Fall nur mit einem geringen Ertragsanteil besteuert. Die zusätzliche Fördermöglichkeit von 1800 Euro kann dann allerdings nicht in Anspruch genommen werden.

Arbeitnehmer, deren Direktversicherungsvertrag entweder eine Rente oder eine Rente mit Kapitalwahlrecht vorsieht, müssen aber aufpassen: Wollen sie ihre Versicherung nach altem Recht weiterführen, müssen sie bei ihrem Arbeitgeber bis spätestens zum 30. Juni 2005 eine entsprechende Erklärung abgeben. Diese Versicherungen werden nämlich automatisch auf die neue Regelung umgestellt, wenn der Kunde nicht ausdrücklich erklärt, dass er weiter eine steuerfreie Aus- statt einer steuerfreien Einzahlung wünscht. Nur Verträge, die ausschließlich Kapitalabfindungen vorsehen, sind nicht betroffen, erklärt Volker Landwehr vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft.

Im Vergleich zu einer privat abgeschlossenen Lebensversicherung bietet die Direktversicherung bislang aufgrund der Pauschalversteuerung und Beitragsfreiheit einen Renditevorteil von bis zu drei Prozent gegenüber privat abgeschlossenen Policen. Seit Beginn dieses Jahres gelten diese Vorteile einer traditionellen Direktversicherung uneingeschränkt nur noch für Privatpatienten. Denn seit Januar erheben die gesetzlichen Krankenkassen den vollen Beitragssatz auf Kapitalabfindungen aus Direktversicherungen. Diese auf zehn Jahre zurückgerechnete und entsprechend aufsummierte Beitragslast schmälert die Auszahlung um den vollen Beitragssatz der jeweiligen Krankenkasse. Damit aber sinkt die Rendite einer Direktversicherung häufig unter die einer vergleichbaren privat abgeschlossenen Police.

Nur privat Krankenversicherte können sich also in vollem Umfang die bisherigen Vorteile einer Direktversicherung sichern, wenn sie noch bis Ende dieses Jahres einen Vertrag nach altem Recht unterschreiben. Eines müssen aber auch sie bedenken: Weil der Arbeitgeber Vertragspartner der Versicherungsgesellschaft ist, darf er auch den Versicherer auswählen.