Unter den vielen Briefen, die Franklin D. Roosevelt während seiner Präsidentschaft erhielt, ist einer, dessen Schreiber wohl heute noch am liebsten vergessen machen möchte, was er zu Papier gebracht hat, damals, vor fast auf den Tag genau 64 Jahren.

Wenn Sie möchten, schreibt ein 14-jähriger Jesuitenzögling aus Santiago auf Kuba, dann schicken Sie mir doch einen dieser grünen amerikanischen 10-Dollar-Scheine. Ich hab nämlich noch nie einen gesehen und würde so gerne mal einen besitzen. Unterschrift: Castro, Fidel Castro.

Anlass des Briefes war Roosevelts Wiederwahl im November 1940. Der junge Castro hatte eine Radioansprache des US-Präsidenten gehört und akzeptierte ihn offenbar als geistig ebenbürtig. Er selbst, ließ der Bittsteller in schlechtem Englisch wissen, sei zwar noch jung an Jahren, aber dennoch schon ein großer Denker.

Castros Wunsch blieb unerfüllt. Sein Brief aber gehört heute zu den Exponaten der National Archives in Washington, die regelmäßig ausgestellt werden.

Zu dem Brief gehört ein Postskriptum: Wenn Sie Eisen für Ihren Schiffsbau benötigen, dann wenden Sie sich an mich. Ich zeige Ihnen die besten Eisenminen des Landes. Sie sind in Mayarø Oriente, Cuba.