Sie sind promovierter Ökonom und nach dem Studium zunächst in der Verwaltung gelandet. Warum sind Sie dann 1968 noch Journalist geworden?

Weil ich das immer wollte. Eigentlich hätte ich die Firma meines Vaters übernehmen sollen. Die machte glücklicherweise Pleite, und ich war frei. Politik und Journalismus fand ich gleichermaßen spannend. Als ich das Angebot bekam, ins Bundeswirtschaftsministerium zu gehen, nahm ich es an. Ich habe dort sehr viel gelernt. Dann bekam ich, eher durch private Umstände und Glück, ein Angebot vom Spiegel. Der nahm damals häufig Leute mit einer Fachausbildung. Ich war Diplomingenieur, hatte in Volkswirtschaftslehre promoviert und war im Wirtschaftsministerium in Bonn gewesen. Das war für den Spiegel interessant. Ich fing in einer aufregenden Zeit an. Das Ende der Nachkriegsära, der Machtverlust der CDU, der Neubeginn der sozialliberalen Koalition; es hat sich bestätigt, was ich immer geahnt hatte: Journalismus war das, was ich immer wollte, wozu ich Lust hatte.

War Eitelkeit auch ein Motiv?

In gewisser Weise haben Sie Recht: Die Möglichkeit, den Mächtigen nahe zu kommen, Teil des Spiels zu werden, ist attraktiv.

Sie sind ein Quereinsteiger. Können Sie diesen Weg heute noch empfehlen?

Ja. Vor ein paar Tagen hat sich ein junger Werbetexter bei mir vorgestellt, dessen Sprachgeschick mich erstaunt hat. Ich fände es interessant zu sehen, wie der journalistische Aufgaben meistert.

Das ist ja ein Lichtblick für Uni-Abbrecher.