Das Exklusive und Erlesene ist gefragter denn je. Mit kleinen und feinen Angeboten versuchen derzeit Kunsthändler der Spitzenklasse in Berlin, München, Basel und Brüssel ein spezialisiertes und interessiertes Publikum persönlich und direkt anzusprechen. Und wie es scheint, geht die Rechnung auf.

Munich Highlights nannte sich ein Pilotprogramm im Oktober parallel zur Kunst Messe München. Schauplätze waren die Ausstellungsräume von Bernheimer, Röbbig und Daxer & Marschall in der Brienner Straße. Zu Gast waren dort acht weitere Aussteller, darunter Otto von Mitzlaff mit zehn seltenen Möbeln der berühmten Ebenisten Abraham und David Roentgen. In diesem Ensemble zeigte Thomas Le Claire aus Hamburg Gemälde und Zeichnungen. Der intime Charakter lässt einem mehr Zeit für die wirklich interessierten Kunden, die einem sonst auf den großen Messen von Schaulustigen gestohlen wird, sagte er. Le Claire verkaufte mehrere Zeichnungen sowie eine Ölskizze von Carl Gustav Carus von 1837 - nicht gerade Kleinkram.

Ideenstifter der Münchner Highlights war der international operierende Altmeisterhändler Konrad O. Bernheimer. Der Erfolg seiner Idee führte dazu, dass er nach der Premiere für die ebenso exklusiv gedachte Ars Nobilis in Berlin (Automobilforum Unter den Linden, bis zum 14. November) umdisponieren musste. Die für Berlin vorgesehene altniederländische malerische Teamarbeit von Jan Brueghel d. J. und Hendrick van Balen Muttergottes im Paradies war bereits in München verkauft worden.

Trotz der fehlenden Muttergottes lädt die Ars Nobilis mit 31 Händlern zu einem Besuch ein. Höhepunkte sind dort ein monumentaler Silberhumpen von Christian Lieberkühn (1701 bis 1733) bei der Galerie Neuse (Bremen), einst geschaffen für das Große Silberbuffet aus dem Rittersaal des zerstörten Berliner Schlosses (460 000 Euro). Außerdem wird eine heitere Landschaft bei Louveciennes um 1895 von Pierre Auguste Renoir bei dem Kunstsalon Franke aus München angeboten.

Bernheimer erläutert seine Motivation für die exklusive Form der Präsentation: Bei kleinen Veranstaltungen kommt man besser mit den Besuchern ins Gespräch, auch weil die Verweildauer länger ist als auf einem Messestand. Nach dem Einstand werden die Munich Highlights im kommenden Jahr wiederholt, einige weitere Händler mit Spitzenware wollen dazustoßen. Die Mischung zwischen großen Auftritten wie Maastricht, Palm Beach und demnächst London und den kleinen Gipfeltreffen scheint Bernheimer das perfekte Modell von Risikostreuung zu sein.

Erstmals gibt es in diesem Herbst (12. bis 17. November 2005) in Riehen bei Basel die Basel Ancient Art Fair (BAAF) mit 15 auf Antike spezialisierten Händlern. Hervorgegangen ist sie aus der wegen Sponsorenmangels eingegangenen Messe Cultura. Robert R. Bigler aus Zürich fand für die BAAF das perfekte Ambiente: die neobarocke Reithalle Wenkenhof - mit Marmor, Eichenholz und Messing ausgestattete Stallungen inmitten eines englischen Landschaftsparks.

Basel ist traditionell das Zentrum für den Handel mit antiker Kunst, sagt Bigler, das soll so bleiben. Ihm scheint die kleine Form dafür perfekt, die Liste der Aussteller wie Jean David Cahn (Basel), Donati Arte Classica (Lugano), Royal Athena (New York), Rupert Wace (London) und Gordian Weber (Köln) ebenso. Bigler bringt einen 26 Zentimeter hohen ägyptischen Bronzespiegel (1400 vor Christus) mit, ein Objekt aus der Blütezeit der 18.