Sie müssen alle 18 Monate gescheiterte Bewerber trösten. Die Henri-Nannen-Schule sei nicht der einzige Weg in den Journalismus, schreiben Sie da. Es ginge auch anders. Wie?

Ein werdender Journalist sollte zuerst ein seriöses Fachstudium absolvieren. Und versuchen, anschließend eine der Journalistenschulen in Hamburg, München oder Berlin zu besuchen. Dass es gar nicht alle Bewerber an unsere Schule schaffen können, zeigt schon ein Blick auf die Zahlen. Laut Statistik gibt es mehr als 60000 Journalisten in diesem Land. Unsere Schule hat seit ihrer Gründung vor 25 Jahren etwa 500 Absolventen in den Beruf entlassen, was sofort klar macht: Sie kann gar nicht der Weg für alle sein.

Das heißt: Eine breite Masse gelangt über die freie Mitarbeit und ein Volontariat in den Beruf. Und eine kleine, feine Elite schafft es, bei Ihnen genommen zu werden…

…und bekommt dann hier eine sehr gute Ausbildung, die bei aller Praxisnähe nicht unter den Zwängen des Redaktionsalltags leidet und ein sehr viel intensiveres handwerkliches Training beinhaltet. Dabei ist es uns egal, wie viel journalistische Erfahrung jemand mitbringt. Wir sind sicher, dass alle bei uns noch eine ganze Menge lernen können. Einige von denen, die es schaffen, haben – erstaunlich genug – noch nie eine Redaktion von innen gesehen. Das spielt aber keine Rolle. Unser Auswahlverfahren garantiert, dass wir uns keine Nieten einfangen. Aber es ist natürlich nicht gesagt, dass wir mit den Tests tatsächlich alle Talente entdecken.

Wie ist der ideale Henri-Nannen-Schüler?

Mein Idealbild ist jemand mit einer riesigen Lust auf alles, was ihm hier geboten wird. Er will voller Leidenschaft und mit großem Ernst in diesen Beruf. Außerdem sollte er ein bisschen frecher und widerständiger sein als die Mehrheit junger Journalisten, nicht so angepasst wie viele, die sich zu früh verbiegen lassen.