Arche Literatur Kalender. Natürlich wieder der beste. Auch der schönste. Wichtig, wenn man jemanden, ein Jahr lang, morgens, anschauen will. Thema: Draußensein. Garten, Strand, Gebirge. Nachdenklich stimmend, was Tania Blixen (1885 bis 1962), die zu wenig gelesene dänische Schriftstellerin, 1931 bemerkte, als sie, nach vielen Jahren auf einer Farm in Afrika, in ihr kleines Heimatland zurückkam und erleben musste, wie die schöne Landschaft zerstört wurde: "Es sei ›undemokratisch‹ ein Areal, auf dem dreihundert Reihenhäuser Platz hätten, nur so daliegen zu lassen – ›ungenutzt‹… wo werden die vielen Menschen bleiben, die kein Stückchen Erde besitzen und nur an den Feiertagen dem Pflaster entrinnen können? … Wenn ganz Nordseeland einmal in Grundstücke für Reihenhäuser aufgeteilt wird, dann kann man sich gerade noch einige Flieder- und Goldregenbüsche … leisten, große Bäume wird es aber nicht mehr geben." (Wochenkalender; Arche; 18,– €)

Fliegende Wörter – Postkarten. Auch schon ein kleiner Klassiker. Diesmal richten die drei Herausgeberinnen (Andrea Grewe, Hiltrud Herbst, Doris Mendlewitsch) ihre – also unsere – Aufmerksamkeit besonders auf fremde, ja ferne Sprachen und Literaturen. Deshalb gleich zwei Beispiele, weil es immer gut tut, Zeitungsdeutsch aufzufrischen durch Poesie. so singen sie in Uganda ein "Liebeslied": "Alles in der Natur liebt sich: / Die Lippen lieben die Zähne, / Der Bart liebt das Kinn, / und die vielen kleinen Insekten machen brrrr miteinander". Und im Tibetischen wird ein "Herzknochenbruch so beklagt: "Letztes Jahr,/ als mein Pferd mich abgeworfen,/ brach ich mir weder Arm noch Bein, // Dieses Jahr, / da meine Geliebte mich fortgestoßen, / brach meines Herzens Knochen". (53 farbige Blätter; Daedalus Verlag; 14,95 €)

Gedichtekalender. Wie stets bei diesem Kalender, auch bekannt unter dem Namen Kleiner Bruder, achtet der Herausgeber Traugott Giesen darauf, dass sich beide Gedichte auf den je zwei Blättern für jeden Monat ergänzen oder widersprechen. Auch sollen sich, über die Monate hin, Beziehungen zwischen den Gedichten ergeben. Nicht einfach bei der Entscheidung, hier bewusst alte Dichter mit Zeitgenossen zusammenzubringen – Goethe, Schiller, Hölderlin, aber auch Michael Krüger, Richard Leising, Peter Horst Neumann. (Mit Pinsel-Vignetten von Ina Seeberg; Langewiesche-Brandt; 14,– €)

Zilpzalp-Gedichtekalender. Er ist auch im dritten Jahr keineswegs "nur" ein fröhlicher Jahresbegleiter für Kinder. Zwar findet man in diesem Kalender mit Vogelnamen Volkslieder oder Autoren, die den Kinder-Ton nicht verloren haben (Friedrich Güll, Johann Peter Hebel, Michael Ende, Josef Guggenmos), aber auch Mörike, Morgenstern, Goethe, Schiller. Schön unter dem Weihnachtsbaum – und dann einen Monat lang immer wieder zu lesen. (13 Blätter mit Linolschnitten von Kathrin Mühlfellner; Langewiesche-Brandt; 9,– €)