Krokodile wollen immer wissen, was gerade passiert. Sie sind neugierig wie junge Kätzchen, sagt Daphne Soares. Die amerikanische Neurowissenschaftlerin von der University of Maryland hat entdeckt, dass ihnen dabei eine Art sechster Sinn hilft. Kleine Knötchen, die bei manchen Krokodilarten rund um die Kiefer, bei anderen über den ganzen Körper verteilt sind, enthalten Bündel von Nervenfasern, die auf die leichteste Störung im umgebenden Wasser reagieren. Sei es ein herannahender Fisch, ein plantschender Reiher, ein Hirschkalb, das unwissend seinen letzten Schluck tut - ein Krokodil erkennt sein Mittagessen sofort. Genauso gern aber geben sich die urtümlichen Amphibien, so berichtet die New York Times, dem Zen wachsamer Stille hin. Weil sie sehr genau beachten, welcher ihrer Artgenossen stärker, welcher schwächer ist, kann ihr Leben weit mehr als ein halbes Jahrhundert dauern. Krokodile mögen es nämlich nicht, unnötige Wellen zu schlagen.