Allen Gerüchten um Finanzierungsprobleme zum Trotz sind die kanarischen Bauunternehmen Lopesan und Satocan weiterhin am Einstieg bei TUI interessiert, wie Führungskräfte bei Satocan bestätigen. Diese Hartnäckigkeit, in den deutschen Ferienmarkt einzusteigen, scheint Insider nicht zu verwundern. Es gab bereits viele vergebliche Versuche in der Vergangenheit, Anteile an britischen oder deutschen Reiseveranstaltern zu erlangen und damit den eigenen Markt besser zu kontrollieren, erklärt Josep Francesc Valls, Tourismusexperte an der Businessschule Esade in Barcelona, das anhaltende Interesse verschiedener spanischer Firmen an TUI.

Im Gespräch waren unter anderen bereits der Reiseveranstalter Barceló sowie die Hotelkette NH Hoteles. Lopesan und Satocan sind auf den Kanarischen Inseln nicht nur stark im Bau- und Immobiliengeschäft, sondern auch im Hotelierbereich. Das erklärt, warum TUI für sie eine äußerst interessante Möglichkeit ist, ihre Geschäfte schlagartig auf internationales Niveau auszuweiten.

Bereits seit mehreren Jahren gewinnen Baukonzerne Einfluss im spanischen Urlaubsgeschäft. Um bessere Chancen beim Feilschen um die 31 Prozent an TUI zu haben, wollen Lopesan und Satocan sowie zwei bis drei weitere Unternehmen die mallorquinische Hotelkette Riu, an der TUI mit 50 Prozent beteiligt ist, mit ins Boot nehmen. Das wird aus firmennahen Kreisen bestätigt. Riu wie auch TUI sind sehr stark auf den Kanarischen Inseln vertreten. Eine Anbindung macht Sinn, glaubt Valls. Die Familienhotelkette gilt als Favorit des TUI-Chef Michael Frenzel. Bis jetzt nimmt Riu zu der gesamten Thematik jedoch keine Stellung.