Im Straßenverkehr riskiert einer ab 1,1 Promille ein Strafverfahren. Anders in der Schifffahrt. Hier werden Betrunkene oft mit Samthandschuhen angefasst.

Sie fordern eine Angleichung der Rechtspraxis. Warum?

Wir haben in einem Versuch mit 21 Kapitänen im Alter von 27 bis 60 Jahren an einem Containerschiff-Simulator nachgewiesen, wie riskant die Seefahrt unter Alkohol ist.

Wie hat man sich das Experiment vorzustellen?

Die Probanden mussten mit dem Schiff raus aus der Deutschen Bucht und Kurs auf Helgoland nehmen. Dabei waren Störungen eingebaut: Nebel, Ruderausfall, ein Surfer von rechts, ein Kriegsschiff von links - alles, was man sich wünschen kann. Auf der Hinfahrt waren sie nüchtern. Zurück fuhren sie mit etwa 1,1 Promille Alkohol.

Wie setzten Sie die Testpersonen unter Alkohol?

Mit Schnaps und Orangensaft. Natürlich alles unter ärztlicher Aufsicht und nachdem wir die Zustimmung der Ethikkommission eingeholt hatten. Schließlich handelt es sich ja um so etwas wie einen Versuch am Menschen.