Politik

Jenseits von Arafat

Palästina und Falludscha: Nur wenn Bush sich beider Konflikte annimmt, wird er glaubwürdig

deutschland: Mach’s noch einmal, Gerd

Unerwartet hat die Regierung ihre eigenen Reformen überlebt. Jetzt weiß und will sie nicht weiter. Dabei könnte sie einiges tun, was dem Land nutzt, ohne der Koalition zu schaden

Palästina in Person

Was denkt Arafat? Was führt er im Schilde? Jahrelang stellte sich der Nahe Osten täglich solche Fragen. Erinnerungen eines israelischen Journalisten

palästina: Der Übervater

Arafat war allgegenwärtig, im Gespräch der Eltern, in den Träumen der Intifada-Jugend, als Idol und als Enttäuschung – Erinnerungen eines palästinensischen Journalisten

Attentat: Wort und Mord

Der niederländische Filmemacher Theo van Gogh vertraute auf die Immunität des Dorftrottels. Für seinen Attentäter war er ein ungläubiger Hund.

amerika: Wo Werte Berge versetzen

Nach dem überwältigenden Sieg George Bushs fragen sich die amerikanischen Demokraten, wie sie je wieder an die Macht kommen können. Antwort: Selber moralisieren

Venus muss sich nicht verstecken

Was wird nach der Wiederwahl von George Bush aus dem Westen? Fest steht: Amerika kann nicht alles, und Europa könnte mehr tun als bisher

Fidels Geldwäsche

Kuba verbietet den US-Dollar und führt eine neue Zweitwährung ein. Das Volk steht vor einem Rätsel: Was soll das?

kommentar: Atomare Desperados

Wie will Frankreich die Sicherheit seiner Atomanlagen garantieren, wenn es nicht einmal eine Bahnstrecke unter Kontrolle bekommt?

gesellschaft: Anstand per Gesetz

Ob bei der Wohnungssuche oder beim Einlass in die Disco: Rot-Grün will Diskriminierungen im Alltag verbieten. Doch wie viel Toleranz lässt sich erzwingen?

indien: Neuer indischer Pragmatismus

Indien schickt nur den Außenminister zu Arafats Trauerfeier - früher undenkbar. Neu Delhi schert sich nicht mehr um die palästinensische Sache, die Beziehungen zu Israel sind heute wichtiger

USA: Neue Nahost-Friedensinitiative

US-Präsident George W. Bush hat nach einem Gespräch mit dem britischen Premier Tony Blair im Weißen Haus in Washington am Freitag einem palästinensischen Staat große Chancen eingeräumt

usa: Die erste Neubesetzung im Kabinett Bush

Alberto Gonzales, Berater des Weißen Hauses und treuer Freund von Präsident George W. Bush, wird neuer US-Justizminister. Seine Karriere ist eine Latino-Erfolgsgeschichte

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Dossier

Iran: Das schleierhafte Land

Jugendliche hören Musik aus Amerika, junge Frauen gehen zum Schönheitschirurgen – und die Wächter der Revolution sind korrupt. Unterwegs in Iran, wo jeder Schritt eine Erwartung dementiert

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Wirtschaft

arbeitnehmer: Das Jahr der Demontage

Weniger Lohn, weniger Urlaub, weniger Einfluss - die Arbeitnehmer erleben eine epochale Entmachtung. Von Siemens bis Opel stellen die Unternehmen sie vor die Wahl: Entweder sie geben nach, oder sie können gehen

Wie bei den Marktfrauen

Als Apotheke der Welt hat der Bayer-Konzern ausgedient. Jetzt wollen die Leverkusener mit Landwirtschaft und rezeptfreien Arzneien wieder zur Spitze aufschließen Von Jutta Hoffritz

Volle Kraft zurück

Nach zwei verlustreichen Jahren will sich die Bauklötzchen-Firma Lego zu ihren Wurzeln bekennen: Ritter, Piraten und Drachen sollen computergesteuertes Spielzeug wieder verdrängen

Zurück zum Absender

Klaus Zumwinkel will die Post zum globalen Logistikkonzern machen. Schlechte Zahlen und verärgerte Mitarbeiter bedrohen seine Pläne

fluggesellschaften: Fluguntauglich

Erst kam die Terrorkrise. Dann die Kriegskrise. Jetzt die Ölkrise. Die Luftfahrtbranche ist ins Trudeln geraten, weil sie ihre Kosten nicht in den Griff bekommt. Einige Airlines werden abstürzen

was bewegt...: ...Ana Botín?

Sie stammt aus einer der reichsten und einflussreichsten Familien Spaniens. Sie ist Präsidentin einer der größten Banken des Landes. Aber sie will mehr - mindestens so gut sein wir ihr Vater

Betriebsrente - ein Luxusgut

Die Altersvorsorge über das Unternehmen kehrt langsam zu ihren Anfängen zurück - und wird wieder zum Privileg der Besserverdienenden

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Wissen

Archäologie: Im Wohnzimmer der Feuersteins

Vor 13700 Jahren hinterließen Menschen in einer französischen Höhle Kunst, Werkzeuge und Fingerabdrücke. Nun rekonstruiert ein deutscher Forscher das Leben der Steinzeit

Die Ehre der Bégouëns

Opa Henri kaufte das Land, Vater Louis entdeckte die Volp-Höhlen, und Robert garantiert mit freundlichem Starrsinn den Schutz der Steinzeitkunst

medizin: Die Ethnopille

Das Herzmittel BiDil soll besonders für Afroamerikaner geeignet sein. Ist das neue Medikament rassistisch?

© Nicole Sturz

Stimmt’s?: Sinfonie in Scheiben

Wurde die Spieldauer einer CD wurde so gewählt, dass die 9. Sinfonie von Beethoven auf ihr Platz findet?

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Feuilleton

usa: Stahl statt Aspirin

Konservative Werte gegen den Lebensstil von »Sex and the City« – oder worum ging es wirklich bei dieser Wahl?

Glamouröser Pessimismus

Nach dem Sieg der Rechten geben viele Intellektuelle der USA den Kulturkampf für den Liberalismus der Sixties verloren

Die Probe

Der Schriftsteller Richard Ford über sein Amerika nach der Wahl

Es darf schon prickeln. Aber nicht zu sehr

Das Leben in München hat wieder einen Sinn: Bei seinen ersten Auftritten als Generalmusikdirektor der Philharmoniker ehrt Christian Thielemann eindrucksvoll seine deutschen Meister

Kino: Liebe ohne Gott

In seinem Film "Just a Kiss" erzählt Ken Loach eine Romanze – heller und heiterer als je zuvor.

Ausgesetzt

Christoph Hochhäuslers überragender Film Milchwald

Die Höhle unter der Zeit

Der lettische Regisseur Alvis Hermanis und sein Jaunais Rigas Teatris haben, was alle europäischen Theatermacher suchen: Zukunftsmut und Magie. Nächste Woche gastieren sie in Berlin

Kunst: Die Kunst des Exorzierens

Im monströsen Palast des rumänischen Diktators Ceauşescu ist ein Museum für zeitgenössische Kunst eröffnet worden

Geräumte Schaufenster

Klein & fein: Neue exklusive Verkaufsformen ergänzen erfolgreich die großen Messen

Das Letzte

Lieber Leser, Sie freuen sich auf Weihnachten? Wir hatten es nicht anders erwartet. Doch haben Sie sich einmal gefragt, ob Sie dieses schöne Fest auch verdienen? Wann waren Sie an Weihnachten zuletzt in der Kirche? Wann haben Sie dortselbst gebetet? Warum spielen Sie Heiligabend leidenschaftlich mit der Modellbau-Dorfkirche »Oberwinter«, während Sie die Christmette zuverlässig versäumen? Wie oft ist Ihnen am zweiten Weihnachtstag die Hand ausgerutscht, weil ihr Sohn mit der Spitfire von Revell den Kronleuchter abgeschossen hat? Warum wollen Sie das Osterfest feiern, obwohl ihnen die Beweislage, das leere Grab, bislang zu dürftig war? Warum benötigen Sie zwei Feiertage für ein Fest, obwohl Sie schon am ersten den Glauben verlieren? Wie oft haben Sie Allerheiligen selig verschlafen? Was ist für Sie das Nationale am Nationalfeiertag? Dass Sie dann ungestört ihre türkische Putzfrau zu Reinigungstätigkeiten am Schwimmbecken heranziehen können, das polnische Schwarzarbeiter ausgehoben haben, während thailändische Haushaltshilfen Ihnen die Kinder vom Hals halten? Ist Ihnen bewusst, dass Sie an Feiertagen der Gemeinschaft durch Konsumverzicht Schaden zufügen? Warum weigern Sie sich, Pfingsten in einem Kaufhaus zu feiern, um dort die Liturgie des Konsums zu genießen? Wissen Sie, dass Ihr Verhalten den Staat zu Gegenmaßnahmen zwingt? Künftig fällt Neujahr immer auf den ersten Sonntag im Monat, während sich das alte Jahr um denselben Zeitraum verlängert. Auch der Urlaub beginnt und endet stets an einem Sonntag. Im Gegenzug kann ein Sonntag zu einem Samstag erklärt werden, sofern die Konjunktur dies erforderlich macht. Generell ist der Samstag Arbeitstag, was die Vorfreude auf den verkaufsoffenen Sonntag, der auch ein Samstag sein kann, steigert. Feiertage können dagegen nur paarweise abgeschafft werden, wobei als Faustregel gilt: einer für die Produktion, einer für den Konsum. Um Kaufkraftverluste zu vermeiden, wird das dreizehnte Monatsgehalt beibehalten, muss aber durch Verlängerung des Dienstjahres abgearbeitet werden. Stabile Löhne erfordern eine Mindestkonsumpflicht. Statt fester Rente gilt künftig das Fit-Aktiv-Prinzip. Wer konsumiert, soll auch arbeiten. Im Fall einer altersbedingten Selbsternährungsstörung wenden Sie sich bitte an Ihre örtliche Kirchengemeinde. Zwischendurch denken Sie bitte an Goethe: »Nichts ist schwerer zu ertragen, als eine Reihe von schönen Tagen!« Und nun: Frohes Schaffen! Finis

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Chancen

Ingrid Kolb

Leiterin der Henri-Nannen- Journalistenschule in Hamburg (Foto: 1977 beim »stern«)

Werner Funk

langjähriger Chefredakteur von »stern« und »Spiegel« (Foto: 1985 als »Spiegel«-Chef)

studium: Sparend lernen

Bayern schlägt ein neues Modell für Studiengebühren vor: Das »Bildungssparen«

Start-up: Mission: Entschärfen

Der Ingenieur Heinz Rath ging nach seiner Pensionierung unter die Existenzgründer und entwickelte das erste Räumfahrzeug, das sowohl Personen- als auch Panzerminen zerstören kann

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