Er war ein musikalisch begabtes Kind. Der Vater übte nach verschiedenen Berufen den des Gesanglehrers aus. Der Sohn, dem die Mutter als Vierjährigem Buchstaben und Notenlesen beigebracht hatte, lernte vom Vater alles, was der in musikalischer Hinsicht wusste. Dessen Wissen war erschöpft, als das Kind neun Jahre zählte. Zur Aufnahme ins Konservatorium war es noch zu jung, doch er erstaunte den Prüfer mit seinem guten Gehör, indem er, abgewandt vom Klavier, komplizierteste Akkorde erkennen und erklären konnte. Mozart-Klaviersonaten spielte er geschmackvoll und unaffektiert. So wurde er als Zehnjähriger aufgenommen. Ein halbes Jahr darauf gewann er den ersten Preis im Solfeggieren und wurde Schüler eines Professors im Ruhestand, der als einer der führenden Kontrapunktiker seiner Zeit galt.

Als Dreizehnjähriger nahm er an einem Wettbewerb des Konservatoriums teil, bekam den zweiten Preis und wechselte bald in die Orgelklasse. Mit 17 hatte er schon Erfolge in der Kompositionsklasse. Leider ist wenig davon erhalten geblieben, aber eine Premiere Ouverture und eine Symphonie in C-Dur zeigten schon sein großes Talent. Außerdem wurde er für den begehrten Rom-Preis vorgeschlagen, der mit einem Rom-Aufenthalt und mit einem mehrjährigen Stipendium dotiert war. Er ließ sich noch ein Jahr Zeit und bekam für seine Bewerbung den zweiten Preis, möglicherweise wegen seines jugendlichen Alters. Als später die gesamte Akademie abstimmte, wurde der zweite Preis in einen ersten abgeändert.

Er war der Einzige der Reisegesellschaft, der sich in Italienisch verständlich machen konnte. Doch erst ab Florenz begann er sich für das Land und seine historischen Kostbarkeiten zu begeistern. In Rom wurde er als Pianist gefeiert und in viele Häuser eingeladen. Seine Kontaktfreudigkeit und schöpferische Belastbarkeit ließen ihn seine Erfolge nicht zu hoch einschätzen. Er durfte noch ein drittes Jahr in Rom bleiben und kehrte mit großen Plänen heim.

Aber er sah, dass er sich entscheiden musste, in welche Richtung seine Entwicklung gehen sollte. Er fing vieles an und verwarf es wieder. Sein Selbstwertgefühl war nicht sehr ausgeprägt, er war sehr kritisch sich selbst gegenüber, und er wollte seinen eigenen Weg gehen.

Die Prüfungsarbeiten für sein Stipendium fielen sehr gut aus. Nur Kirchenmusik konnte er nicht schreiben. Er war nicht religiös, und seine Begabung lag im Dramatischen. Er komponierte Opern, mit denen er aber die Direktoren der Oper oder der Komischen Oper nicht begeistern konnte. Damals verfügten die Direktoren über die aufzuführenden Werke mit ungeheuerlichem Hochmut, indem sie die Stücke zerhackten, mit falschen Einlagen "würzten" und demolierten. Da er solches zu verhindern suchte, war er äußerst unbeliebt. Nach dem Ende des Stipendiums lebte er von Transkriptionen, Unterricht und vielen zeitaufwändigen Arbeiten. Nebenbei komponierte er Symphonien und war stets auf der Suche nach Libretti für seine Opern.

Wurde eine aufgeführt, zerrissen die Kritiker sie in der Luft. Jedes Mal war er enttäuscht und gekränkt. Seine Ehe mit einer labilen jungen Frau, um die er sich viel kümmern musste, verlief nicht glücklich. Sie verschenkte nach seinem Tod wertvolle Partiturautografen und kümmerte sich nicht um sein Werk.

Seine letzte Oper wurde nach vielen Unterbrechungen aufgeführt und wie fast immer verrissen. Einige Stimmen waren sehr beeindruckt, aber sie hatten kein Gewicht. Er unterschrieb einen Vertrag mit der Wiener Oper. Dort wurde seine Oper bejubelt und in aller Welt berühmt. Nur nicht in seiner Heimatstadt. Er hat den Erfolg nicht mehr erlebt. Er starb mit 36 Jahren, seinen Landsleuten war er immer zu modern.