Sage noch jemand, die Ökoszene sei tot. Immerhin 150 000 Kunden beziehen Ökostrom des Hamburger Unternehmens Lichtblick, darunter die norddeutschen Filialen der Dresdner Bank und das baden-württembergische Verwaltungszentrum der Deutschen Bundesbank. Für Otto Normalverbraucher wird das gute Gewissen allerdings demnächst teurer: Wie viele andere Stromanbieter auch, erhöht Lichtblick seinen Tarif - pro Kilowattstunde steigt der Strompreis von 16,7 auf 17,6 Cent. Das ist die schlechte Nachricht.

Die gute: in Zukunft will Lichtblick-Geschäftsführer Heiko von Tschichwitz nicht nur grünen Strom verkaufen, sondern seine Kundschaft auch anderweitig an der Rettung des Planeten beteiligen. Pro Kunde will das bundesweit tätige Unternehmen im südamerikanischen Andenstaat Ecuador ein Quadratmeter Regenwald schützen - und zwar Monat für Monat einen Quadratmeter mehr. Bei 150 000 Kunden vergrößere sich das Schutzgebiet auf diese Weise monatlich um die Fläche von 30 Fußballplätzen, verspricht von Tschichwitz.

Das Projekt hat Lichtblick gemeinsam mit dem Verein Geo schützt den Regenwald konzipiert. Vor Ort umgesetzt werden soll es von einer ecuadorianischen Umweltschutzorganisation namens Decoin. Als Schirmherrn konnte Lichtblick den Hamburger Meteorologen Hartmut Graßl gewinnen, der auch Vorsitzender des von der Bundesregierung berufenen Beirats Globale Umweltveränderungen ist.

Das Regenwald-Engagement habe übrigens mit den angekündigten Strompreiserhöhungen nichts zu tun, heißt es bei Lichtblick. Die Kosten, monatlich 3 Cent pro Kunde, würden aus dem Gewinn bezahlt.