ZEIT.de: Sonntag Abend, 22.30 Uhr, WDR. Wer sitzt vor dem Fernseher?

Dittrich: Das ist eine sehr breite Spanne, von den ganz jungen bis zu den ganz alten. Dittsche ist eine universelle Figur, die viele eint. Die Leute suchen eine andere Art von Betrachtung dessen, was im Alltag passiert und im Fernsehen gezeigt wird, denn sie finden sich dort nicht wieder. Dittsche hingegen vertritt sie und redet mit ihnen über das, was ihnen auch schon einmal aufgefallen ist, aber worüber sie nie zu sprechen wagten.

ZEIT.de: Was zeichnet die Figur Dittsche aus?

Dittrich: Sie hat etwas sehr Tragisches. Dittsche ist ein klassischer Loser, der aber nicht unbedingt dumm sein muss. Ein Typ Mensch, wie er auch im wahren Leben vorkommt: Einerseits hat er völlig vergessen, zu pflegen, wer er ist, andererseits ist er durchaus intelligent. Sein soziales Umfeld findet Dittsche in einer Welt, in der sich die Gesprächspartner nicht wehren können. Diese Grundvoraussetzung hat auf der einen Seite irrsinnig viel Komisches, auf der anderen Seite zeigt sie viel von dem, was Otto Normalverbraucher selber beobachten kann, ob im Imbiss oder in der berühmten Eckkneipe.

ZEIT.de: Beschreiben Sie seine Besonderheiten!

Dittrich: Dittsche kann für das, was er sagt, nicht in die Verantwortung genommen werden. Diese Freiheit erlaubt mir, die Figur Dinge sagen zu lassen, die viele Leute insgeheim denken. Ich mache einfach nur die Klappe oben in der Rübe auf und lasse alles an Unmöglichkeiten zu. Das ist ungemein spaßig und deckt sich mit vielem, was die Menschen auf der Straße denken. Offiziell ist so vieles nicht erlaubt ... Nur Dittsche kann sich hinstellen und behaupten, Olli Kahn habe Vogelgrippe.