Globalisierung bedeutet, dass sich fernöstliche Banken plötzlich mit westlichen Traditionen herumschlagen müssen, zum Beispiel dem Arbeitsrecht. Ein ehemaliger Mitarbeiter der Bank of China in London hat jetzt seinen alten Arbeitgeber auf 100 000 Pfund Schadenersatz verklagt - für ein gebrochenes Bein.

Während einer Tischtennispartie im Keller des Londoner Büros der Bank stolperte der Gold- und Devisenhändler Shading Feng (34) über eine Unebenheit am Boden und brach sich ein Bein. In einer mehrstündigen Operation hefteten Ärzte eine Titanplatte an seinen Knochen und schrieben ihn für drei Monate krank. Nach seiner Rückkehr wurde er dann überraschend versetzt - und zwar in die nordchinesische Provinz, wo er einen Job als Schalterbeamter bekam. So schrumpfte sein Gehalt von 1100 Pfund (plus Lebenshaltungskosten) auf 53 Pfund monatlich. Davon könne er nicht leben, meinte Feng, kündigte und reichte in London Klage ein.

Die Bank of China war zu keinem Kommentar bereit. Der englische Tischtennisverband dagegen ist um den guten Ruf des Sports besorgt. Von so einem Unfall habe ich noch nie gehört, beteuert Sprecher Richard Yule.

Tischtennis sei eine der sichersten Sportarten überhaupt. Selbst dass jemand ausrutscht und gegen die Tischplatte schlägt, kommt eigentlich nie vor.