George Bush meint es ernst mit dem Kampf gegen den Terrorismus. So befriedet er neuerdings auch Nordirland. Am vergangenen Wochenende, die Streithähne von der irischnationalistischen Sinn Féin und der britischunionistischen DUP hatten sich nach einer Woche weitgehend ergebnisloser Friedensverhandlungen wieder getrennt, klingelte der US-Präsident bei den beiden Parteichefs in Belfast an. Erst nahm er den protestantischen Reverend Ian Paisley ins Gebet, danach telefonierte er mit dem IRA-Veteranen Gerry Adams. Was er ihnen empfohlen hat? In Kurzform etwa Folgendes: Jungs, jetzt macht aber mal! Paisley und Adams zeigten sich ehrlich beeindruckt. Sie dankten herzlich, dann legten sie auf.

Bush bringt sich zu einem Zeitpunkt ins Gespräch, da eine Einigung zwischen den ehemaligen Bürgerkriegsparteien in Ulster auch ohne Washingtoner Intervention greifbar scheint. Seit über zwei Jahren weigern sich die unionistischen Hardliner, die Bänke des Regionalparlaments mit Abgeordneten der Sinn Féin zu teilen, solange die IRA ihre Waffen nicht abgegeben hat. No guns, no government, lautet Paisleys eiserne Parole. Das stand so nicht im Friedensabkommen von 1998, konterte Sinn Féin bisher. Jetzt erklärte sich die IRA einverstanden damit, die Zerstörung ihrer Waffen von zwei, wie es heißt Kirchenmännern überwachen zu lassen. Auch Fotos sollen von der Verschrottungsaktion gemacht werden.

Wenn das tatsächlich klappt, könnte die Legende, er habe sogar die IRA zur Aufgabe gezwungen, den US-Präsidenten nur zwei Anrufe gekostet haben.