Dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung Berlin (DIW) steht offenbar ein schwerer Aderlass bevor. Der bisherige Konjunkturchef Gustav Horn, der von Januar an die Leitung eines neuen Forschungsinstituts übernehmen soll, wird aller Wahrscheinlichkeit nach vier Ökonomen des DIW mitnehmen. Weitere Wirtschaftsforscher scheinen ebenfalls ihren Abgang zu planen.

Horn hatte sich schon vor längerer Zeit mit DIW-Präsident Klaus Zimmermann überworfen, der seinen Vertrag nicht verlängerte. Anfang November wurde dann bekannt, dass Horn im Dienste der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung in Düsseldorf ein neues Forschungsinstitut aufbauen soll. Vom Vorstand der Stiftung habe Horn das Plazet erhalten, bis zu vier Mitarbeiter des DIW abzuwerben, so Wolfgang Jäger, Geschäftsführer der Böckler-Stiftung. Drei weitere Ökonomen werden vom schon existierenden, ebenfalls zur Hans-Böckler-Stiftung gehörenden Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut (WSI) dazustoßen. Das neu gegründete Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung soll dann Anfang kommenden Jahres die Arbeit aufnehmen.