Noch vor wenigen Wochen wurde sie als Managerin des Jahres ausgezeichnet. Jetzt könnte sich Helga Rübsamen-Waigmann, Leiterin der Infektionsforschung bei Bayer, bald für einen anderen Titel qualifizieren, zum Beispiel Rationalisierungsopfer des Jahres. Der Chemie-Konzern will am Pharmastandort Wuppertal 440 Stellen streichen und auch den von ihr geleiteten Bereich aufgeben. Weil es aufgrund einer Vereinbarung mit dem Betriebsrat bis 2007 keine betriebsbedingten Kündigungen geben darf, sucht Bayer jetzt nach sozialverträglichen und schnellen Alternativen. Für die Antibiotika-Abteilung mit ihren 70 Mitarbeitern werde über einen Spin-off nachgedacht, so Betriebsrat Willi Beumann. Dabei ist Helga Rübsamen-Waigmann als Geschäftsführerin im Gespräch. So hätte die 53-jährige Professorin der Biochemie auch die Chance, sich noch zur Jungunternehmerin des Jahres küren zu lassen.