Pisa (Programme for International Student Assessment) ist eine internationale Schulvergleichsstudie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), einer Denkfabrik der Industrieländer mit Sitz in Paris. Nationaler Auftraggeber ist die Kultusministerkonferenz. Pisa untersucht unter anderem die Lesekompetenz, die mathematische und die naturwissenschaftliche Grundbildung von 15-jährigen Schülern. Bei der aktuellen Pisa-Erhebung (Pisa 2003) stand die Mathematik im Mittelpunkt, bei der vorangegangenen Untersuchung im Jahr 2000 war es das Lesen. Zusätzlich wurde 2003 die so genannte Problemlösekompetenz der Schüler getestet (siehe Aufgabe auf Seite 79).

An Pisa 2003 haben sich 41 Staaten beteiligt, darunter 30 OECD-Länder und 11 Partnerländer. 250000 Schüler haben im Frühjahr 2003 die Testfragen beantwortet. In Deutschland nahmen 216 zufällig ausgewählte Schulen mit 4660 Schülern teil. Für den internen Bundesländer- vergleich (Pisa E), dessen Ergebnisse im September 2005 erwartet werden, haben die Pisa-Macher die Stichprobe um 1300 Schulen erweitert. Federführend für Pisa 2003 ist in Deutschland das Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften in Kiel unter Leitung von Manfred Prenzel (siehe Interview links).

Die Aufgaben bestehen aus Multiple-Choice-Fragen und so genannten offenen Fragen. Auf diese müssen die Schüler mit eigenen Worten oder Darstellungen antworten (Beispiele siehe Seite 78). Die reine Testzeit für die Schüler betrug zwei Stunden. Der Testkonzeption liegt die Vorstellung von lebenslangem Lernen zugrunde und betont das Verstehen und die flexible, situationsgerechte Anwendung des Wissens.

Wie bereits bei Pisa 2000 beantworteten die Schüler außerdem Fragen zu ihrer Herkunft und Umgebung, ihren Lerngewohnheiten und ihren Lernstrategien. Auch die Schulleiter mussten zum Stift greifen: Sie füllten einen Fragebogen zu Merkmalen ihrer Schule aus, wie Qualifikation der Lehrkräfte, Schulklima oder Ressourcen.