Wer Lotto spielt, kennt den Gedanken -  wer es nicht tut, auch: Was würde man mit einem Jackpot von 25 Millionen alles anfangen? Endlich einen Traum verwirklichen? Spenden? Aktien kaufen? Auswandern? Die Geschichten von Lotto-Gewinnern erzählen, wie es Menschen geht, die der Tippschein reich gemacht hat

Der Gabelstaplermonteur Karl König etwa ist mittlerweile über Hamburgs Grenzen hinaus als "Lotto King Karl" bekannt. Nachdem er einen 42-Millionen-Mark Jackpot knackte, gründete er mit alten Kumpels eine Band. Schlechter Sprechgesang kennzeichnete die ersten Single "Ich hab den Jackpot" im Jahr 1996. Doch er gibt nicht auf: Dieses Jahr veröffentlichte Lotto King Karl sein sechstes Album.

Für Parkettverleger Rainer M. wurde 1994 das Lotto-Glück Wirklichkeit. Für sechs Richtige kassierte der heute 48-Jährige 1,9 Millionen Mark. Davon soll ihm heute nichts geblieben sein. Auf Empfehlung eines unseriösen Finanzexperten setzte Rainer M. allein mit Immobilien 1,3 Millionen seines Gewinns in den Sand. Mit dem Rest des Geldes kaufte der Handwerker eine marode Firma, die Wochen später in Konkurs ging. Rainer M. soll heute wieder mit den gleichen Zahlen Lotto spielen. 

1992 gewann Baggerführer Horst Frank 1,7 Millionen Mark im Spiel 77 und wanderte nach Kenia aus. Der heute 72-Jährige buchte von seinem Gewinn zunächst einen Urlaub in Malindi, Kenia. An der Hotelbar begegnete ihm Alice, 30 Jahre jung und vom Stamm der Kikuyu. Obwohl Horst Frank weder Englisch noch Kisuaheli sprach, überredete er Urlaubsliebe Alice mit Händen und Füßen, ihn zu heiraten. Im heimischen Bad Neuenahr löste er seine Wohnung auf, legte sein Geld in Aktien an, heiratete Alice und lebt auf seinem Land in Kenia.

Auch Online-Spieler können gewinnen: Den bis damals viertgrößten Gewinn der Lottogeschichte staubte am 8.11.1997 ein Lottospieler aus dem Münsterland mit einem Online-Tipp ab.

Claus W. aus Thüringen ließ nichts aus und wurde zum Gangster. Nachdem der arbeitslose Maurer seinen Gewinn von 1,6 Millionen Mark in Frauen, Autos, Spielcasinos und Häuser investiert hatte, war er nach acht Jahren pleite. Er brach in 42 Wohnungen ein und schlug 35 Autofenster mit einem Hammer ein.