Zwei Tage nach der verheerenden Flutkatastrophe an den Küsten von Sri Lanka, Indien, Indonesien, Thailand, Birma, Bangladesh, Malaysia und den Malediven steigen die Opferzahlen noch immer stündlich. Die Flutwelle erreichte sogar das fast 5000 Kilometer entfernte Somalia in Ostafrika. Allein auf Sri Lanka sind voraussichtlich 11.000 Tote zu beklagen. In Indonesien kamen 21.000 Menschen ums Leben, amtlichen Angaben zufolge beläuft sich die Zahl der Toten in Indien auf 7500. Der thailändische Vize-Innenminister Sutham Sangprathum sagte, zuletzt seien 990 Tote offiziell bestätigt worden.

Das stärkste Erdbeben seit 40 Jahren hatte im Indischen Ozean am Sonntag bis zu zehn Meter hohe Flutwellen ausgelöst, die über Küstenregionen Südasiens hereinbrachen. Das Erdbeben am Sonntagmorgen hatte eine Stärke von 9,0 auf der Richterskala. Es war das viertstärkste seit 1900. Die von ihm ausgelösten gigantischen Flutwellen verwüsteten weite Teile Südasiens. Augenzeugen berichteten von Bildern wie aus einem "Kriegsgebiet".

Die haushohen Tsunami-Wellen brachen über beliebte Touristenorte herein. Vor allem Strandregionen sind betroffen. Es wird befürchtete, dass sich in den zerstörten und von gewaltigen Schlamm- und Wassermassen überschwemmten Unglücksregionen noch weitere Todesopfer befinden. Weil vielerorts das Wasser noch nicht abgeflossen war, konnten die Leichen weder geborgen noch beerdigt werden und verwesten schnell in der Tropenhitze.

Das Internationale Rote Kreuz befürchtete weitere 10.000 Tote allein von der zu Indien gehörenden Inselgruppe der Andamamen und Nicobaren. Selbst in Somalia wurde von hunderten Todesopfern berichtet. Tausende Menschen im gesamten Golf von Bengalen wurden noch vermisst. Allein in den am schlimmsten betroffenen Ländern Sri Lanka und Indonesien war jeweils eine Million Menschen ohne Dach über dem Kopf.

Auch Deutsche unter den Toten

Laut der Regierung in Sri Lanka sind mindestens drei deutsche Urlauber durch die Flutwelle getötet worden. Das bestätigte am Montag das Büro des Regierungschefs in Colombo. Unter den Opfern seien mehr als 70 Ausländer, auch Japaner und Inder, heißt es. Zuvor hatte der Tui-Konzern von vier vermissten Deutschen in Sri Lanka gesprochen. Auch von mehreren deutschen Touristen im Süden Thailands gibt es kein Lebenszeichen.

Nach Angaben des Deutschen Reisebüroverbands halten sich derzeit etwa 8100 deutsche Urlauber in der betroffenen Region auf. Heute morgen kehrten die ersten von ihnen aus Thailand zurück. Die Maschine war nach Aussagen eines Passagiers nur halb gefüllt. Im Laufe des Tages werden noch weitere Flugzeuge aus dem Katastrophengebiet erwartet.