DIE ZEIT: Frau Engelke, während eines Interviews haben Sie vor einiger Zeit Ihr damaliges Lieblingslied vorgespielt. Sie waren zu dieser Zeit sehr erfolgreich. Der Titel des Songs passte zu Ihrer Stimmung: Number one.

Anke Engelke: Zurzeit höre ich am liebsten Gonzales, diesen großartigen kanadischen Musiker. Eine Zeile von ihm geht mir nicht aus dem Kopf: Are you embarrassed / Embarrassed of what you do / You just do too much / You need to rediscover the joy of thinking.

ZEIT: Frei übersetzt: Wenn man peinlich berührt ist von dem, was man macht, vor allem, wenn man zu viel macht, muss man das Nachdenken wiederentdecken.

Engelke: Das ist meine Zeile des Jahres.

ZEIT: Sie haben ein Jahr mit Höhen und Tiefen hinter sich, mit Start und Ende Ihrer Late Night Show. Und im Januar kommt der neue Film von Helmut Dietl in die Kinos, Vom Suchen und Finden der Liebe, den Sie im Frühjahr gedreht haben. Sie spielen neben Alexandra Maria Lara die zweite weibliche Hauptrolle, Helena.

Engelke: Von außen betrachtet, ist Helena eine erfolgreiche Anwältin, die verheiratet ist. Sie muss erkennen, dass man Leidenschaft nicht in einen eng geplanten Terminkalender packen kann. Sie hat keine tragischen Züge, auch wenn Ihr Mann eine Affäre beginnt, von der sie schließlich erfährt. Sie ist trotzdem nicht verbittert und kämpft um ihren Mann. Diese Entwicklung hat mich am meisten erstaunt.

ZEIT: Ihr Mann wird gespielt von Uwe Ochsenknecht, mit dem Sie eine Nacktszene haben.