Für Ostdeutschland war es eine der wichtigsten Entscheidungen des Jahres: Im November gab die Deutsche Post bekannt, das neue europäische Drehkreuz seiner Express- und Logistiksparte DHL in Leipzig errichten zu wollen. Bis 2008 wolle sie rund 300 Millionen Euro investieren und so direkt und indirekt insgesamt mehr als 10 000 Arbeitsplätze schaffen. Damit bestätigte die Post monatelange Spekulationen, wonach der Flughafen in Sachsen nicht zuletzt aufgrund des Drucks des Hauptanteilseigners, des Bundes, den Vorzug vor Vatry in Frankreich und Brüssel in Belgien bekommen würde. Sachsens Ministerpräsident Georg Milbradt (CDU) sprach von einem großen Tag für unser Land und Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) von einem Vertrauensbeweis in die wirtschaftliche Leistungskraft des Standorts.

Weniger erfreut zeigten sich die Arbeitnehmer in Brüssel - dort ist mit einem Abbau von knapp 2000 Stellen zu rechnen. Auch bei DHL in Deutschland ist die Stimmung in diesem Jahr nicht ungetrübt: Die Integration mehrerer Dienste in der Express-Sparte verläuft alles andere als geräuschlos, mehr als 1000 hauseigene Kurierfahrer werden sukzessive durch Subunternehmer ersetzt, einzelne Stützpunkte sogar ganz dichtgemacht.