Ihr Artikel beschreibt vieles von dem, was ich als Alltag im Ruhrgebiet erlebe. Für mich geht es beim Thema Türkische Mitbürger darum, wie gut man zusammenleben kann, das heißt, wie gut die alltäglichen Verhaltensweisen zusammenpassen.

Zum einen gibt es die westlich orientierten Türken, denen man an der Universität begegnet. Da gibt es keine echten Probleme. Im Gegenteil, die anregende Begegnung mit der anderen Kultur beflügelt zu Multikulti- und Weltbürgerfantasien.

Auf der anderen Seite die Begegnung in der Disco mit türkischen Jungmänner-Trupps aus der Unterschicht, ihrer unangemessenen Einstellung gegenüber Frauen, ihrer Deutschfeindlichkeit und besonders ihrem Kult um die Ehre. Vor diesem aggressiven Auftreten weichen Deutsche lieber aus. Hier sieht es mit dem Zusammenleben nicht gut aus. Dazu kommen noch Dinge wie mangelnder Bildungseifer und diskriminierende Einstellungen gegenüber anderen Gruppen wie Homosexuellen.

Leider stellt man sich in Deutschland aus Gründen der politischen Korrektheit und Ideologie oft blind. So erzählte mir ein Vertreter des Weißen Rings erbost, dass Fälle von Verletzung von Frauenrechten in türkischen Familien bei den Behörden gar nicht speziell erfasst oder behandelt werden, obwohl sie nach seiner Erfahrung alltäglich sind.

Vielleicht liegt aber der Grund auch darin, dass dieser Teil der türkischen Welt unseren politischen Vorbetern nur aus Kanak Sprak-Comedys bekannt ist.

STEFAN SCHNEIDER, BOCHUM