Es gibt viele Sumpfblüten des Ungeistes, Boulevardmagazine in Presse und Fernsehen sind nur eine davon. Wie verhält man sich dieser Zeiterscheinung gegenüber? Straft man sie durch Nichtbeachtung, oder adelt man sie, indem man ihre Publizität noch verstärkt? Die ZEIT hat sich für letzteren Weg entschieden. Ein ganzes Dossier mit zwei Quadratmetern bunter Bildern: kaum zu glauben, aber wahr. Kritik und Distanzierung klingen an, ja, aber es bleibt ein übles Geschmäckle. Und wer den Spiegel nicht mehr zu den einst seriösen Leitwölfen zählt und ihn ein Boulevard-Magazin nennt, sollte jedenfalls selbst solche Dossiers vermeiden.

JÜRGEN TÖRBER, ESSEN