Benehmen sich die bayerischen Hoteliers so rüpelhaft, dass sie das Büchlein Andere Länder, andere Sitten brauchen, das Ihr Verband gerade herausgebracht hat?

Ganz im Gegenteil. Die bayerischen Wirte sind sehr weitsichtig. Darum nehmen sie die Fußballweltmeisterschaft zum Anlass, sich detailliert auf die Erwartungen, kulturellen Regeln und Tabus im Umgang mit internationalen Gästen einzustellen. Aber wir haben den Ratgeber so konzipiert, dass ihn auch die Berliner, die Leipziger und die anderen Städte, die bei der Austragung dabei sind, abkupfern können.

Sollen die Wirte den Schweinsbraten mit Stäbchen und Ingwer auftischen?

Nein, um Gottes willen, das wäre ganz verkehrt. Wenn sich jemand für ein solches Gericht entscheidet, bekommt er es auch so, wie er es in unseren Breitengraden erwarten darf. Bei den asiatischen Gästen aber ist es zwingend, dass man mit ihnen zwischendurch einmal ein asiatisches Lokal aufsucht, damit sie sich mal wieder heimisch fühlen. Die Gäste sind ja die Multiplikatoren zu Hause. Wenn die sagen: Bayern kannst du links liegen lassen, wir haben den ganzen Tage nur Schweinshax'n gekriegt, dann sind wir ein für alle Mal aus dem Blick. Aber wir wollen ja alle Blicke auf uns ziehen.

In Ihrem Ratgeber heißt es, es wäre ein schlimmer Fehler, Chinesen mit Japanern zu verwechseln. Ist es besser, ein Hotel spezialisiert sich auf eine Nationalität?

Wenn man als Gastgeber besonders tüchtig sein will, sollte man sich auf eine Gruppe ganz speziell konzentrieren. Amerikanischer und jüdischer Gästekreis lassen sich gut verbinden. Bei jüdischen Gästen muss aber alles passen, bis hin zu den zwei Küchen, eine eigens für das koschere Essen. Auch Gäste aus verschiedenen arabischen Ländern kann man gut zusammen unterbringen.

Wenn Araber im Hotel sind, müssen dann die Bedienungen im Tschador servieren?